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El Salvadors Präsident kündigt an, Tausende Häftlinge freizulassen
Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass etwa die Hälfte der 90.000 Menschen im Gefängnis unschuldig inhaftiert ist. Nun hat Präsident Bukele überraschend angekündigt, Tausende freizulassen.
Wenn Ingrid Escobar berichtet, wie sie den Beginn ihres Exils in Mexiko letztes Jahr erlebte, beginnt sie zu weinen.
"Mein Bruder ist Händler und hat Kosmetik aus Guatemala über die Grenze gebracht. Er war durch Zoll und Polizeikontrolle und wurde danach vom Militär dafür festgenommen, keine geschäftliche Rechnung bei sich zu haben. Eine Bagatelle, für die er in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht wurde."
Escobar ist Anwältin, Direktorin der Menschenrechtsorganisation Socorro Jurídico Humanitario, kurz SJH. Sie hat willkürliche Festnahmen, Folter und Hunderte Todesfälle in den Gefängnissen El Salvadors dokumentiert. Deshalb ist sie ins Visier der Regierung Nayib Bukeles geraten.
Kritik am Regime von El Salvadors Präsidenten Bukele ist nicht erwünscht. Nun verschärft er die Repression.
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El Salvadors Präsident Bukele ist für seine harte "Law-and-Order"-Politik bekannt. Als vor vier Jahren die Gang MS-13 ein beispielloses Massaker verübte, hat er den Ausnahmezustand ausgerufen. Bis heute hat er etwa zwei Prozent der Bevölkerung des kleinen mittelamerikanischen Landes festnehmen lassen und beschuldigte sie, einer der Mara-Gangs anzugehören oder mit ihnen zu kooperieren.
Escobar wird polizeilich überwacht und bedroht. Als sie immer öfter von der Polizei besucht wird, weitere Menschenrechtsaktivisten festgenommen werden und sie an Krebs erkrankt, beschließt sie 2025, das Land zu verlassen.
"Es bestand das Risiko, dass sie mich festnehmen, und ich habe gedacht, ich gehe lieber ein paar Monate weg und überlege mir, wie ich meinem Bruder in Haft helfen kann. Ich habe mich im Ausland um meine Gesundheit gekümmert, mich operieren lassen", sagt Escobar. "Dann haben sie meinen Bruder umgebracht."
Sie wurde selbst Opfer des Systems, gegen das sie kämpfte. Allein am Todestag ihres Bruders wurden ihrer Aussage nach sechs Inhaftierte in derselben Zelle gefoltert, ein weiterer Mann ermordet. In der Kriminalstatistik El Salvadors tauchen sie nicht auf.
Die aus den USA abgeschobenen mutmaßlichen Mitglieder einer Drogenbande sind jetzt in einem extremen Gefängnis.
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