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Tofu schneidet im Bewertungssystem für proteinreiche Lebensmittel am besten ab
Wie gesund und umweltverträglich ein eiweißreiches Lebensmittel ist, lässt sich nicht an einem einzigen Kennwert ablesen. Ein neuer Bewertungsindex kombiniert deshalb ökologische Folgen, ausgewählte Nährwerte und die Erschwinglichkeit von 20 Proteinquellen. Tofu erzielt mit 36 von 40 Punkten den höchsten Wert, Cheddar mit 13 den niedrigsten, wobei die Rangfolge von einer noch vorläufigen Bewertungsmethode abhängt.
Cambridge (England). Eiweiß steckt in Hülsenfrüchten, Nüssen, Fleisch und Milchprodukten. Welche Quelle besonders empfehlenswert ist, hängt allerdings nicht allein vom Proteingehalt ab. Auch die Folgen für Umwelt und Gesundheit sowie der Preis spielen bei der Bewertung eine Rolle.
Ein Vergleich anhand einzelner Kennzahlen kann deshalb ein verzerrtes Bild ergeben. Wer nur den CO₂-Fußabdruck betrachtet, berücksichtigt beispielsweise weder den Salzgehalt noch die Qualität der enthaltenen Proteine. Umgekehrt verrät ein günstiges Nährwertprofil noch nichts über den Landbedarf bei der Erzeugung.
Der Verhaltenswissenschaftler Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge hat nun einen Bewertungsindex für 20 eiweißreiche Lebensmittel entwickelt. Dafür führte er vorhandene Daten zu Umweltbelastung, Nährstoffen, Preisen und Verfügbarkeit zusammen. Die veröffentlichte Arbeit ist als wissenschaftlicher Perspektivbeitrag angelegt und stellt eine Neuberechnung vorhandener Informationen vor.
Das System mit dem Namen BPI-Score bewertet zwei Bereiche. Der Umweltteil erfasst Treibhausgase, Wasserverschmutzung, Flächenbedarf und den Verbrauch von Süßwasser. Im zweiten Bereich werden Natrium, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin ebenso berücksichtigt wie das Aminosäureprofil, der Preis und die Verfügbarkeit im Handel.
Diese Kombination soll ein umfassenderes Bild ermöglichen als getrennte Angaben auf Verpackungen. Macdonald hält die alleinige Betrachtung einzelner Faktoren für unzureichend und erläutert dies in seiner Veröffentlichung.
„Eindimensionale Bewertungen können unbequeme Wahrheiten verbergen“, schreibt Dr. Chris Macdonald.
Für einen vergleichbaren Maßstab bezog der Wissenschaftler die Daten auf jeweils 100 Gramm enthaltenes Protein, nicht auf 100 Gramm Lebensmittel. Je nach Platzierung innerhalb der 20 Produkte gab es für die einzelnen Kriterien Punkte. Maximal 16 Punkte entfielen auf Umweltaspekte, weitere 24 auf Ernährung und Zugänglichkeit.
In der Gesamtwertung belegten ausschließlich pflanzliche Lebensmittel das oberste Fünftel. Dazu zählen Tofu, Chiasamen, Bohnen und Quinoa. Das unterste Fünftel bildeten hingegen vier tierische Produkte, nämlich Mozzarella, Lammfleisch, Rindfleisch und Cheddar.
„Das bestplatzierte Produkt war Tofu (mit 36 Punkten)“, schreibt Dr. Chris Macdonald.