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Ende einer Ära: BioWare und Mass Effect sind Geschichte
Im Zuge massiver Stellenkürzungen bei EA schließt BioWare die Pforten. Zusammen mit dem legendären RPG-Studio wird auch Mass Effect beerdigt. Beide passen nicht mehr in die zukünftige Produktstrategie des Publishers.
BioWare ist das Studio nicht nur hinter Baldurs Gate 1 und 2, Neverwinter Nights, Star Wars: Knights of the Old Republic und Jade Empire, echten RPG-Klassikern, sondern auch das Studio, das das Genre in die Moderne geholt hat. Seinen Ruf bei Spielern haben Dragon Age, vor allem aber Mass Effect zementiert, vor allem letzteres ein Rollenspiel für die Masse, erzählerisch großes Kino mit leicht zu verstehenden, einfachen Mechaniken.
Damit endet die Legende allerdings. Zur Geschichte von BioWare gehört auch, dass das Studio seit dem dritten Mass Effect 2012 keinen Erfolg mehr verbuchen konnte. Dragon Age: Inquisition, Mass Effect: Andromeda, das jüngst abgeschaltete MMO Anthem und zuletzt Dragon Age: The Veilguard waren im Kern keine schlechten Spiele, scheiterten aber unter wechselnden Vorgaben und einem Konzept, das aktuellen Trends und nicht Kernkompetenzen des Studios geschuldet war.
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Mehr Details auf die Hintergründe der Schließung wirft ein Bericht von Bloomberg. Demnach streicht EA insgesamt 400 Stellen in einem Versuch, im Rahmen einer Restrukturierung 700 Millionen US-Dollar an Kosten vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung einzusparen. Getrieben ist sie nach der Übernahme durch den Saudi-Arabischen Staatsfond PIF von Schulden und der Notwendigkeit, die Profitabilität zu steigern.
Ein neues Mass Effect passt nicht mehr in diese Strategie. Das bei BioWare in Entstehung befindliche Projekt wird zusammen mit dem Studio eingestampft. Laut einem Brief an Angestellte, den EA öffentlich gemacht hat, soll der Fokus auf Sportspielen, Apex Legends und Action-Abenteuern wie dem nächsten Star-Wars-Jedi-Titel liegen. Auch Battlefield und ein neues, gemeinsames Projekt von DICE und Respawn, mutmaßlich Star Wars: Battlefront 3, sollen fortgeführt werden.
Der Fokus liegt also auf Spielen mit sicheren Verkaufszahlen dank großer Marken oder riesigem Umsatzpotential durch Live-Service-Aspekte und breitere Vermarktungsmöglichkeiten über die Kern-Spielerschaft hinaus. Dort ergeben sich Synergiemöglichkeiten mit der Savvy Games Group, der Spielesparte des PIF.
In dem Brief sehen Chief Operating Officer David Tinson und Cam Weber, für die Entwicklerstudios zuständig, EA in einem schwierigen Marktumfeld. Die „größten Wachstumsmöglichkeiten“ lägen „jenseits der Märkte, Plattformen und Geschäftsmodelle, in denen EA traditionell am stärksten war“. Künftig gelte es, „Talent und Investments dort einzusetzen, wo wir die größten Chancen für Spieler und langfristiges Wachstum sehen“.
Die Redaktion dankt ComputerBase-Lesern „Zensai“, „TorenAltair“ und „Onyva“ für den Hinweis zu dieser Meldung!