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Retroid-Handhelds: Pocket 6, Nova und Duo erhalten Linux-Support
Retroid öffnet die Handhelds Pocket 6, Pocket Nova und Pocket Duo für Mainline-Linux. Mit Linux-Kernel 7.3 werden bereits GPU, WLAN, Bluetooth, Eingabegeräte, Speicher sowie USB-C inklusive DisplayPort unterstützt. Die erforderlichen Komponenten gibt es auf GitHub, die Einrichtung richtet sich zunächst an versierte Anwender.
Mit drei aktuellen Pocket-Handhelds unterstützt Retroid erstmals Mainline-Linux. Zum Auftakt ist Linux-Kernel 7.3 mit dem Retroid Pocket 6 und Pocket Nova auf Basis des QCS8550 sowie dem Pocket Duo mit der Plattform „Eliza“ kompatibel. Der Hersteller erfüllt damit einen Wunsch, den die Community bereits seit Jahren äußert, denn bislang waren die Retroid-Handhelds in erster Linie auf Android als Betriebssystem ausgelegt.
Die Linux-Unterstützung beschränkt sich dabei nicht auf einen grundlegenden Systemstart. Das Touchscreen-Gamepad arbeitet über RSInput, zudem stehen GPU-Beschleunigung sowie das Decodieren und Encodieren von Videos zur Verfügung. Unterstützt werden außerdem USB-C mit DisplayPort-Alt-Mode, UFS-Speicher, microSD-Karten und der per PWM gesteuerte Lüfter einschließlich Temperaturregelung. Auch WLAN und Bluetooth funktionieren, wobei im Pocket 6 und Nova der WCN7850 und im Duo der WCN7750 zum Einsatz kommt. Beim Pocket 6 und Pocket Nova lässt sich unter Linux zusätzlich die RGB-Beleuchtung der Joysticks nutzen. Für beide Modelle führt Retroid darüber hinaus eine weitreichende Audio-Unterstützung auf: Neben Lautsprechern und Kopfhörern werden die internen Mikrofone, ein Headset-Mikrofon sowie die Audio-Ausgabe über DisplayPort unterstützt.
Eine fertige Linux-Distribution, die sich ohne größeren Aufwand installieren lässt, stellt Retroid derzeit allerdings nicht bereit. Zwar bietet der Hersteller die erforderlichen Komponenten über GitHub an, für die Einrichtung ist aktuell jedoch technisches Vorwissen erforderlich. Zum angebotenen Paket gehören der Kernel im Branch „retroidpocket/v7.3“, die Audio-Topologie unter „retroidpocket/v1.0.5“ und die UCM-Konfiguration im Branch „retroidpocket/v1.2.16“. Damit die Audio-Ausgabe funktioniert, müssen Retroid zufolge sowohl die Topologie als auch die UCM-Konfiguration installiert sein.
Als vollständiger Wechsel oder zusätzliche offizielle Betriebssystemoption neben Android ist die Ankündigung somit nicht zu verstehen. Stattdessen schafft Retroid auf Hardware- und Software-Ebene die nötigen Grundlagen, damit die Community Linux auf den Handhelds einsetzen kann, und stellt dafür entsprechende Hilfestellungen bereit. Weder sagt der Hersteller einen umfassenden Kundenunterstützung für Linux-Installationen zu, noch kündigt er an, kommende Geräte ab Werk mit vorinstalliertem Linux anzubieten.