// EUROGAMER.DE — GAMING
Epic Games kündigt KI-Game-Jam mit Preisgeldern von 65.000 Dollar an
Epic Games veranstaltet mit dem AI MegaJam 2026 einen KI-fokussierten Game Jam und lockt Entwickler mit 65.000 Dollar Preisgeld sowie Fördermitteln von bis zu 50.000 Dollar. In der Community stößt die Initiative allerdings auf Kritik.
Epic Games hat den AI MegaJam 2026 angekündigt und startet damit einen Wettbewerb, bei dem Entwickler innerhalb weniger Tage eigene Spiele mittels KI erschaffen sollen. Die Veranstaltung findet vom 12. bis zum 15. November 2026 statt, soll zu Beginn live übertragen werden und orientiert sich konzeptionell an klassischen Game Jams. Interessierte können sich über Itch.io anmelden. Für die Entwicklung müssen Teilnehmer entweder die Unreal Engine oder UEFN verwenden.
Epic ermutigt die Teilnehmer, KI möglichst vielseitig einzusetzen. Das reicht von der automatisierten Erstellung von Grafiken und anderen Assets bis hin zu KI-gestützten Programmierassistenten. Auch neue Spielmechaniken oder ungewöhnliche visuelle Konzepte sollen mithilfe entsprechender Werkzeuge ausprobiert werden.
Laut der offiziellen Ankündigung stehen insgesamt 65.000 US-Dollar an Preisgeldern zur Verfügung. Verschiedene Kategorien sollen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten der Technologie würdigen. Dazu gehören beispielsweise besonders gelungene Entwickler-Tagebücher, die den KI-Einsatz während der Produktion dokumentieren, sowie Spiele mit NPCs, die mithilfe großer Sprachmodelle dynamische Gespräche führen können. Für beide Kategorien sind jeweils 2.500 Dollar vorgesehen.
Darüber hinaus stellt Epic für besonders überzeugende Einreichungen sogenannte Development Continuation Grants in Aussicht. Diese Fördermittel können bis zu 50.000 US-Dollar betragen und sollen es ermöglichen, ausgewählte Projekte nach dem Ende des Wettbewerbs weiterzuentwickeln.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Epic Games wegen seines zunehmenden KI-Einsatzes bereits in der Kritik steht. Erst kürzlich sorgte ein mithilfe von KI entwickelter Beta-Launcher/a> für Diskussionen. Auch die Werbung für den MegaJam dürfte nicht gut von der Community aufgenommen werden.
Auf X fiel die Reaktion auf die Ankündigung daher kritisch aus. Vor allem die KI-generierten Hände mit ihren unproportionalen Fingern sorgten für reichlich Spott in den Kommentaren. Ein Nutzer fragte angesichts des Werbematerials sogar, ob Epic Games einen "Demütigungsfetisch" habe.
Viele Spieleentwickler stehen generativer KI weiterhin skeptisch gegenüber, unter anderem wegen Fragen zu Urheberrecht, Arbeitsplätzen und der kreativen Eigenleistung. Hinzu kommt die Sorge, dass die ohnehin große Zahl an Neuveröffentlichungen durch KI-generierte Inhalte weiter wächst und die Spielelandschaft mit qualitativ minderwertigen Titeln überschwemmt wird. Bereits jetzt erscheinen täglich tausende Spiele.
Ob der Wettbewerb die öffentliche Wahrnehmung von KI in der Spieleentwicklung tatsächlich positiv verändern kann, bleibt vorerst abzuwarten.