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In 28 Städten: Proteste für ein liberaleres Abtreibungsrecht in Polen
In 28 polnischen Städten wurde für die Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes demonstriert. Frauenorganisationen werfen der liberalkonservativen Regierung Tusk Untätigkeit vor.
Hunderte junge Frauen und einige Männer im strömenden Regen. Vor dem Parlament in Warschau. Sie sind gekommen, um das Recht auf Abtreibung einzufordern. "Eine Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche sollte für alle im Gesetz verankert sein", sagt die 19-jährige Marianne.
"Und wenn Leben und Gesundheit gefährdet sind, dann bis zum Ende der Schwangerschaft. Das ist es, was wir brauchen, und nichts weniger." Viele Frauen haben sich einen roten Blitz auf die Wangen gemalt, das Symbol der Frauenproteste seit vielen Jahren. Sie riefen: "Ich denke. Ich fühle. Ich entscheide."
Ministerpräsident Tusk hat im Parlament die Vertrauensfrage gestellt und gewonnen - aber das Grundproblem bleibt.
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In ganz Polen gab es Proteste. Neben Warschau auch in Wroclaw, Bialystok, Katowice, Gdansk, Krakau, Lodz. Laut polnischen Medien insgesamt in 28 Städten. Eine der Protestierenden, die 21-jährige Zosia, sagte: "Das polnische Abtreibungsrecht zählt zu den restriktivsten in Europa. Das können wir nicht hinnehmen", so Zosia. "Wenn wir als ein modernes, entwickeltes Land gelten wollen, dann müsste es deutlich liberaler sein."
Der 16-jährige Ernest sagt: "Eine Frau hat keine Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen. Sie kann nicht über ihren eigenen Körper bestimmen - darüber, ob sie ein Kind zur Welt bringen möchte oder nicht."
Die Frau gilt als erstes Opfer des seit einem Jahr geltenden nahezu vollständigen Abtreibungsverbotes.
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Aktuell dürfen Ärzte in Polen nur in zwei Situationen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen: bei Gefahr für Leib und Leben der Schwangeren. Und wenn eine Frau durch eine Straftat schwanger wurde - also durch Vergewaltigung oder Inzest. In allen anderen Fällen können dem Medizinpersonal bis zu drei Jahre Haft drohen.
Die eigene Schwangerschaft selbst abzubrechen ist aber legal. Doch Abtreibungspillen sind legal kaum zugänglich. Und wer einer Frau solche Medikamente gibt oder per Post schickt, muss ebenfalls mit Strafe rechnen. Denn das gilt als Beihilfe zur Abtreibung.
Polens Parlament hat für eine Lockerung des sehr strengen Abtreibungsrechts gestimmt.
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