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Klimaanalysen zeigen, wo und wann das Ebola-Risiko zunimmt
Ebola-Ausbrüche in Afrika hängen offenbar auch mit großräumigen Klimaschwankungen zusammen. Eine Analyse von 49 Ausbrüchen verknüpft ihr zeitliches Auftreten mit Wettermustern, deren Ursprung teils Tausende Kilometer entfernt liegt. Ein darauf aufbauendes Modell traf in einem späteren Prüfzeitraum 14 von 21 räumlich-zeitlichen Risikoeinschätzungen, löste jedoch auch häufig Fehlalarme aus.
Málaga (Spanien). Ebola-Viren können von Tieren auf Menschen übertragen werden. Ob daraus ein Ausbruch entsteht, hängt jedoch nicht allein vom Vorhandensein des Erregers ab. Auch Kontakte zwischen Menschen und Wildtieren sowie die Bedingungen in ihren Lebensräumen spielen eine Rolle.
Frühere Untersuchungen haben Ebola-Ausbrüche bereits mit Niederschlagsmustern und Veränderungen von Waldgebieten in Verbindung gebracht. Offen blieb, ob auch weit entfernte Klimaschwankungen Hinweise darauf liefern, wann das Risiko in afrikanischen Regionen steigt.
Forscher der Universidad de Málaga (UMA) um Prof. Raimundo Real haben dafür Orts- und Zeitangaben zu 49 dokumentierten Ebola-Ausbrüchen in Afrika zwischen 1976 und 2025 ausgewertet. Sie verglichen die Angaben mit 26 Indizes für großräumige Schwankungen der Atmosphäre und der Ozeane.
Vier dieser Klimagrößen waren statistisch mit der räumlichen und zeitlichen Verteilung der Ausbrüche verbunden. Am häufigsten trat die Pazifische Dekadenoszillation (PDO) als Hinweisgeber auf, eine längerfristige Schwankung der Meerestemperaturen im Nordpazifik.
Zusammenhänge fanden sich auch bei den Oberflächentemperaturen der Karibik, einem Temperaturgegensatz im Indischen Ozean und wechselnden Höhenwinden über den Tropen. Die Forscher sprechen von Fernverbindungen des Klimas, bei denen sich Veränderungen über große Entfernungen auf andere Regionen auswirken können.
Als mögliche Erklärung vermuten sie, dass solche Schwankungen beispielsweise die Niederschläge in Afrika verändern. Das könnte die Vegetation und Lebensbedingungen potenzieller tierischer Wirte beeinflussen. Unmittelbar nachgewiesen hat die Untersuchung diesen biologischen Übertragungsweg allerdings nicht.
„Unsere Interpretation ist, dass diese großräumigen Schwankungen meteorologische Muster verändern, beispielsweise die Niederschläge auf dem afrikanischen Kontinent, und dass diese Veränderungen ökologische Bedingungen beeinflussen können, die das Auftreten von Ausbrüchen begünstigen“, erklärt Prof. Raimundo Real.
Für die Entwicklung ihrer Modelle verwendeten die Wissenschaftler 43 Ausbrüche aus den Jahren 1976 bis 2018. Die sechs später dokumentierten Ausbrüche von 2019 bis 2025 dienten zusammen mit den ausbruchsfreien Zeiträumen und Regionen zur nachträglichen Prüfung der Vorhersagen.
In diesem Test stimmten 14 von 21 räumlich und zeitlich abgegrenzten Risikoeinschätzungen mit den Beobachtungen überein. Das Modell erkannte zwar alle tatsächlich betroffenen Testkonstellationen, stufte aber auch zahlreiche Situationen ohne Ausbruch als riskant ein.