// STADT-BREMERHAVEN — LINUX & OPEN SOURCE
Yuvomi: Open-Source-Familienplaner zum Selbsthosten bündelt Aufgaben, Kalender und Haushalt
von Carsten Knobloch
24. Okt. 2026 |
0
Viele Haushalte nutzen für die tägliche Organisation eine ganze Reihe unterschiedlicher Apps und Abos: eine für Aufgaben, eine für den Familienkalender, dazu separate Tools für Einkaufslisten, tatsächlich Essensplanung und Haushaltsfinanzen. Wer diese Daten nicht auf fremden Servern verteilen möchte, kann sich das quelloffene Projekt Yuvomi anschauen. Die Software hieß früher Oikos und bündelt die typischen Organisationswerkzeuge in einer einzigen, selbst gehosteten Web-App. Hinter dem Projekt steht einer unserer Stammleser, der mir das neulich, eher nebenbei, gepitcht hat. Nach einem Blick darauf kann ich sagen: Kann man sich mal anschauen.
Yuvomi bringt insgesamt 20 verschiedene Module mit, die sich je nach Bedarf einzeln aktivieren oder ausblenden lassen. Mit an Bord sind unter anderem:
- Aufgabenverwaltung mit Kanban-Boards, Fälligkeiten und wiederkehrenden Aufgaben
- Geteilter Familienkalender mit Synchronisation und individuellen Sichtbarkeiten
- Essens- und Rezeptplaner für die Wochenplanung
- Geteilte Einkaufslisten mit Sortierung nach Supermarktgängen
- Vorratskammer- und Haushaltsverwaltung
- Budget- und Kostenteilung inklusive automatischer Verrechnung
- Durchsuchbare Dokumentenablage für Familienunterlagen
Der Vorteil gegenüber Einzellösungen liegt in der Verzahnung der Module. So lässt sich der Essensplan der kommenden sieben Tage direkt in eine Einkaufsliste umwandeln, wobei Zutaten automatisch nach Gängen sortiert landen. Gekaufte Dinge lassen sich nach dem Abhaken direkt in den Vorrat einbuchen. Für Kinder oder Mitbewohner gibt es zudem ein integriertes Belohnungssystem: Wer erledigte Aufgaben abhakt, sammelt Punkte, die gegen festgelegte Belohnungen eingelöst werden können.
Für das Tablet an der Küchenwand bietet Yuvomi einen speziellen Wall-Modus. Dieser zeigt die Termine des Tages, offene Aufgaben, Einkäufe, das Wetter sowie Küchentimer in großer Schrift an. Im Ruhezustand lässt sich zudem ein Bildschirmschoner mit Fotos aus einer eigenen Immich-Instanz einbinden.
Auf Smartphones wird die Anwendung einfach als Progressive Web App (PWA) über den Browser auf dem Homescreen abgelegt. Sofern die eigene Instanz über HTTPS erreichbar ist, werden Erinnerungen auch bei geschlossener App als Push-Benachrichtigung zugestellt. Geteilte Einkaufslisten bleiben unterwegs auch ohne Mobilfunkempfang lesbar. Nutzer treten über Einladungslinks bei, wobei sich Berechtigungen pro Modul (Vollzugriff, nur Lesen oder ausgeblendet) festlegen lassen. Für Konten stehen Zwei-Faktor-Authentifizierung (TOTP) sowie Single Sign-on über OIDC bereit.
Yuvomi steht unter der MIT-Lizenz und ist komplett kostenlos. Die Daten verbleiben lokal in einer einzelnen SQLite-Datei auf dem eigenen Speicher, die sich optional per SQLCipher mit AES-256 verschlüsseln lässt.
Das offizielle Container-Image liegt für amd64 sowie arm64 vor und läuft entsprechend auch auf einem Raspberry Pi 4 oder 5. Im Betrieb begnügt sich der Container mit rund 256 MB Arbeitsspeicher. Wer ein NAS mit TrueNAS SCALE, Umbrel oder Unraid nutzt, findet die Anwendung auch direkt in den jeweiligen App-Katalogen. Wer bereits eine andere Lösung für die Familienorganisation selbst betreibt, kann sich die Tour auf yuvomi.cloud oder das Repository auf GitHub ansehen.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.