// SPIEGEL KULTUR — MODA & SOCIETÀ
Sylvester Stallone: Warum der Schauspieler Nepotismus für sinnvoll hält
Schauspieler Stallone mit seiner Tochter Scarlet Rose in New York City
Nepo-Babys haben nicht den besten Ruf. Sie sind die Töchter oder Söhne von bekannten, wohlhabenden oder einflussreichen Eltern – und dürfen durch die familiäre Verbindung berufliche Vorteile oder leichteren Zugang zu Karrieren genießen.
Andererseits: Was sollen die Eltern auch machen? Ihnen Steine in den Weg legen? Eher nicht, findet zumindest Sylvester Stallone, und dachte sich bei einem Interview mit der Zeitung »USA Today« offenbar: Vorwärts ist die beste Verteidigung.
Der Vorwurf: Es sei ja wohl kein Zufall, dass seine Tochter Scarlet Rose in derselben Serie gecastet wurde, in der Vater Stallone selbst die Hauptrolle spielt, »Tulsa King«.
»Natürlich ist es Nepotismus, du Idiot«, sagte Stallone auf die Frage, ob es sich bei der Personalie, nun ja, um Nepotismus handle. Und weiter: »Ach bitte, man ist kein guter Vater, wenn man nicht ein bisschen Vetternwirtschaft betrieben hat. Dann liegen einem die Kinder offensichtlich nicht am Herzen, denn sie stehen an erster Stelle.« Für Stallone ist es völlig selbstverständlich, seinem Nachwuchs auf diese Weise zu helfen: »Wir wollen das Beste für unsere Kinder. Deshalb verschaffen wir ihnen natürlich alle möglichen Vorteile.«
Stallone hatte erst kürzlich in seiner Biografie und in Interviews, unter anderem im SPIEGEL, über seine schwere Kindheit und sein eigenes Verhältnis zu seinen Eltern gesprochen. Nicht Unterstützung, sondern Verachtung sei ihm von zu Hause mitgegeben worden: »Ich wurde immer von allen runtergemacht, von meinen Eltern, von den Nachbarn. Jeder machte mir deutlich, dass er mich für minderwertig hält.«