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Wein, Bier und Schnaps sind mit unterschiedlichem Sterberisiko verbunden
Wie viel Alkohol Menschen trinken, beeinflusst ihr Gesundheitsrisiko. Doch offenbar spielt auch die Getränkeart eine Rolle, wie eine Auswertung von rund 341.000 Erwachsenen zeigt. Selbst geringe Mengen Bier, Cider und Spirituosen waren mit erhöhter Sterblichkeit durch bestimmte Krankheiten verbunden, während für Wein teilweise gegenläufige Zusammenhänge auftraten. Ursache und Wirkung bleiben ungeklärt.
Washington (U.S.A.). Alkohol kann zahlreiche Organe schädigen und das Risiko schwerer Erkrankungen erhöhen. Welche Folgen bereits geringe oder mäßige Mengen haben, wird allerdings weiterhin kontrovers diskutiert. Besonders bei Wein fanden frühere Beobachtungsstudien teils günstigere Gesundheitswerte, doch daraus lässt sich noch keine schützende Wirkung des Getränks ableiten.
Denn Weintrinker unterscheiden sich oft auch durch ihre Ernährung, ihren Lebensstil und soziale Faktoren von Menschen, die vor allem Bier oder Spirituosen konsumieren. Solche Unterschiede können die beobachteten Sterberaten mitprägen, selbst wenn statistische Analysen viele bekannte Einflussgrößen berücksichtigen.
Forscher der Central South University (CSU) um Dr. Zhangling Chen haben nun untersucht, wie die Trinkmenge und die Alkoholart mit späteren Todesfällen zusammenhängen. Dazu werteten sie Angaben von 340.924 Erwachsenen aus der britischen UK Biobank aus, die bei Studienbeginn im Mittel etwa 56 Jahre alt waren. Über durchschnittlich 13,4 Jahre registrierten die Forscher 22.381 Todesfälle und unterschieden zwischen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Ursachen.
„Unsere Ergebnisse helfen, die bislang uneinheitlichen Erkenntnisse über geringen bis mäßigen Alkoholkonsum besser einzuordnen“, erklärt Dr. Zhangling Chen.
Als Vergleich dienten Menschen, die höchstens 20 Gramm reinen Alkohol pro Woche tranken. Niedriger Konsum bedeutete mehr als 20 Gramm wöchentlich bis höchstens 20 Gramm täglich bei Männern oder zehn Gramm bei Frauen. Bei mäßigem Konsum lagen die Tagesmengen darüber und bei höchstens 40 Gramm für Männer beziehungsweise 20 Gramm für Frauen. Die Forscher berücksichtigten unter anderem Rauchen, Ernährung, Bewegung, körperliche Merkmale und soziale Faktoren.
Über alle Getränke hinweg war hoher Alkoholkonsum mit einer um 24 Prozent höheren Gesamtsterblichkeit und einer um 36 Prozent höheren Krebssterblichkeit verbunden. Als hoch galt dabei mehr als 40 Gramm reiner Alkohol pro Tag für Männer und mehr als 20 Gramm für Frauen. Schon bei mäßigem Alkoholkonsum lag die Krebssterblichkeit um elf Prozent höher, während bei der Gesamtsterblichkeit kein entsprechender Anstieg nachweisbar war.
Bei getrennten Betrachtungen der Getränke zeigte sich das Risiko teilweise früher. Bereits niedriger Bier- oder Ciderkonsum ging mit einer um sieben Prozent erhöhten Krebssterblichkeit einher. Bei Spirituosen war selbst geringer Konsum mit einem um acht Prozent höheren Sterberisiko insgesamt sowie einem um neun Prozent höheren Risiko verbunden, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Besonders hoher Bier- oder Ciderkonsum war zudem mit einer um 66 Prozent höheren Krebssterblichkeit assoziiert.
„Diese Erkenntnisse können helfen, Empfehlungen zu präzisieren, indem sie verdeutlichen, dass die Gesundheitsrisiken von Alkohol nicht nur von der getrunkenen Menge, sondern auch von der Getränkeart abhängen. Selbst geringe bis mäßige Mengen an Spirituosen, Bier oder Cider sind mit einer höheren Sterblichkeit verbunden, während geringe bis mäßige Weinmengen mit einem niedrigeren Risiko einhergehen könnten“, erklärt Dr. Zhangling Chen.
Anders sah das Bild beim Wein aus. Ein niedriger Weinkonsum war mit einer um elf Prozent geringeren Gesamtsterblichkeit verbunden. In der Gruppe mit mäßigem Weinkonsum war die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 21 Prozent niedriger als bei Menschen, die keinen oder nur gelegentlich Wein tranken. Bei hohem Weinkonsum stieg dagegen die Krebssterblichkeit um zehn Prozent.