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Bei Knesset-Wahl zeichnet sich enorm hohe Wahlbeteiligung ab
Für viele Israelis ist es nicht weniger als eine Schicksalswahl - und das spiegelt sich in der Wahlbeteiligung wider. Die liegt bereits jetzt auf einem Rekordniveau. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen hin.
Bei der Parlamentswahl in Israel zeichnen sich eine hohe Wahlbeteiligung sowie ein enges Rennen zwischen dem Lager von Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen politischen Gegnern ab.
Etwa 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen. Die Wahllokale sollen um 21.00 Uhr MEZ schließen. Danach werden erste Prognosen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen erwartet.
Nach Angaben der zentralen Wahlkommission zeichnete sich die höchste Wahlbeteiligung seit 1973 ab. Bereits um 13.00 Uhr MEZ lag sie demnach bei 44,9 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl 2022. Vor Wahllokalen in Tel Aviv, aber auch in arabisch geprägten Städten in Israel bildeten sich laut Augenzeugen lange Schlangen. Medienberichten zufolge reisten mehr als 70.000 Israelis aus dem Ausland an, um ihre Stimme abzugeben.
Premierminister Netanjahu und seine Frau Sara Netanjahu gaben ihre Stimme in einem Wahllokal in Jerusalem ab. Sie appellierten: "Geht wählen!". Auch auf der Plattform X hatte der Premierminister zur Stimmabgabe aufgerufen.
Netanjahu sprach wie bei früheren Wahlen auch von einer angeblich überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung der arabischen Staatsbürger. Es handle sich um einen "Notruf". Die Wahlbeteiligung im rechten Lager falle im Vergleich dazu geringer aus, schrieb er in den Sozialen Medien. Ähnlich äußerte sich auch der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Nur wenige arabisch-israelische Wählerinnen und Wähler stimmten in der Vergangenheit für zionistische oder rechte Parteien.
Premier Netanjahu wählte zusammen mit seiner Frau Sara in Jerusalem.
Gadi Eisenkot, Netanjahus stärkster Herausforderer, kündigte indes für den Fall eines Regierungswechsels einen neuen Politikstil an: "In Israel weht ein Wind der Veränderung, diese Veränderung wird heute Abend um 22.00 Uhr eintreten." Er wolle das Land nicht durch "Spaltung und Panikmache führen, sondern durch Einheit und echte Liebe".
Gadi Eisenkot gilt als aussichtsreichster Herausforderer Netanjahus. Er wählte gemeinsam mit seiner Ehefrau Hanna in Herzlia.
Ein echter Kurswechsel in Hinblick auf die Politik im Westjordanland und im Gazastreifen scheint Aussagen führender Politiker zufolge allerdings unwahrscheinlich.