// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Keine klare Mehrheit bei Parlamentswahl in Israel
Die Parlamentswahl in Israel hat laut ersten Prognosen keinen klaren Sieger hervorgebracht. Weder für Premierminister Netanjahu noch für seinen wichtigsten Herausforderer Eisenkot zeichnet sich eine Mehrheit in der 120 Sitze zählenden Knesset ab.
Ersten Prognosen zufolge gibt es bei der Parlamentswahl in Israel keinen klaren Sieger. Laut dem TV-Sender Channel 11 kommt die Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu auf 25 von insgesamt 120 Mandaten im Parlament. Weitere TV-Sender veröffentlichten ähnliche Prognosen und sehen die Likud-Partei bei 24 Sitzen. Auf Platz zwei landet in der Prognose von Channel 11 die Mitte-Partei Jaschar des Ex-Militärchefs Gadi Eisenkot mit 21 Mandaten.
Weder das Lager Netanjahus noch das Lager seiner politischen Rivalen - jeweils mehrere Parteien, die sich in einem Bündnis zusammengeschlossen hatten - erreicht demnach jedoch die absolute Mehrheit. Den Prognosen zufolge liegt das Lager von Eisenkot etwa drei Mandate vor dem Lager Netanjahus, das nur auf 50 von insgesamt 120 Sitzen im Parlament kommt. Die Regierungsbildung und wer den künftigen Premierminister stellen wird, ist damit völlig ungewiss.
Deutliche Zugewinne verzeichnen offenbar die arabischen Parteien. Die islamisch-konservative Raam-Partei käme laut Channel-11-Prognose auf sieben Sitze, die linksgerichtete Vereinigte Liste auf zehn Sitze. Arabische Parteien könnten einer Regierungskoalition im Parlament zu einer Mehrheit verhelfen.
Die Wahlberechtigten in Israel stimmen über ein neues Parlament ab. In den Umfragen zeigt sich ein knappes Rennen.
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Die israelische Opposition wertet das Wahlergebnis als Niederlage Netanjahus. Oppositionsführer Jair Lapid sagte nach Angaben seines Büros: "Lasst euch von niemandem verwirren: Der Netanjahu-Block hat eine vernichtende Niederlage erlitten." Er sprach von einem "totalen Kollaps", die Öffentlichkeit habe Netanjahus Lager "nach Hause geschickt".
Der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten, Jair Golan, sagte ebenfalls, die Öffentlichkeit habe "die Netanjahu-Regierung gefeuert". Es gebe nun eine "historische Gelegenheit, eine Regierung des echten Wandels in Israel" zu bilden.
Netanjahus Herausforderer Eisenkot sagte nach Angaben seines Büros, die Prognosen deuteten darauf hin, "dass die Mehrheit der israelischen Bürger Netanjahu und der für den 7. Oktober verantwortlichen Regierung jegliches Vertrauen entzogen hat". Der Ex-Militärchef kündigte an, er werde nun "unverzüglich daran arbeiten, den Wählerwillen umzusetzen, die Regierung Netanjahu abzulösen und so schnell wie möglich eine zionistische Regierung zu bilden, die sich der Wehrpflicht für alle verpflichtet fühlt".
Netanjahu und seine Likud-Partei äußerten sich bisher nicht zu den Ergebnissen.
Die Knesset-Wahl in Israel wird auch in den Nachbarstaaten Libanon und Syrien genau beobachtet.
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