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E-Auto-Flaute in den USA: Während Europa zulegt, bricht der US-Markt ein
Im ersten Halbjahr 2026 sanken die US-Zulassungen reiner E-Autos um 22 Prozent, Europa legte um ein Drittel zu. China bleibt der mit Abstand größte Markt.
Batterieelektrische Pick-up-Truck Ford F150 Lightning
Die USA verabschieden sich gerade mit Vollgas von der E-Mobilität und werden mit ihrem sinkenden E-Auto-Anteil zum Außenseiter unter global kräftig zulegenden Marktanteilen für BEV. Das wäre an sich ja nur bemerkenswert, allerdings gehört der US-Automarkt zu den ganz großen weltweit. Durch den unerwarteten Abschied entstehen damit starke Ungleichgewichte bei Produktion und Verkauf von Autos, mit Folgen für Wertschöpfung und Beschäftigung.
Bei E-Autos vergrößert sich der Abstand zwischen den USA und den beiden anderen großen Automärkten Europa und China. Im ersten Halbjahr 2026 kamen in den Vereinigten Staaten nur rund 460.000 batterieelektrische Autos (BEV) neu auf die Straße, 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil an allen Neuwagen lag bei 6 Prozent. In China waren es im selben Zeitraum knapp 3,6 Millionen BEV, in Europa knapp 1,6 Millionen. Europa legte damit um 33 Prozent zu und kam auf einen Marktanteil von 22 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung der Beratungsgesellschaft PwC für 43 wichtige Märkte, über die heise Autos unter dem Titel 6,6 Millionen neue Elektroautos: Markt wächst langsamer berichtet hat.
Verglichen werden dabei absolute Neuzulassungszahlen batterieelektrischer Autos und deren Anteil am jeweiligen Neuwagenmarkt, Plug-in-Hybride bleiben außen vor. Aus den gerundeten Angaben ergibt sich: In China wurden etwa 7,8-mal so viele BEV erstmals zum Verkehr zugelassen wie in den USA, in Europa (EU plus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz) etwa 3,5-mal so viele. Ganz deckungsgleich ist der Vergleich der Anteile allerdings nicht: Für China nennt PwC 44 Prozent BEV-Anteil im zweiten Quartal, für die USA und Europa Halbjahreswerte. Chinas BEV-Zulassungen gingen im Halbjahr zudem um 5 Prozent zurück; der hohe Anteil erklärt sich auch dadurch, dass der dortige Gesamtmarkt schrumpfte.
Ein methodisch einheitlicheres Bild lieferte der Global EV Outlook 2025 der Internationalen Energieagentur. Die IEA zählt Plug-in-Hybride mit und kam für 2024 auf weltweit mehr als 17 Millionen verkaufte Elektro-Pkw. Mehr als 11 Millionen davon entfielen auf China, wo knapp jeder zweite Neuwagen elektrisch war. In Europa war es etwa jeder fünfte, in den USA wurden 1,6 Millionen Elektroautos verkauft, entsprechend gut 10 Prozent Anteil. Bereits diese Untersuchung hat ein Nachlassen des US-Wachstums von 40 Prozent im Jahr 2023 auf 10 Prozent festgestellt. Der im Mai 2026 erschienene Global EV Outlook 2026 beziffert den weltweiten Absatz für 2025 auf mehr als 20 Millionen Elektro-Pkw, ein Anteil von 25 Prozent.
Einen wesentlichen Einschnitt markierte das Ende des US-Steuerbonus von bis zu 7500 US-Dollar für Elektroautos und Plug-in-Hybride im Herbst 2025, beschlossen per Gesetz im Juli 2025. Ford-Chef Jim Farley hielt es laut Reuters für möglich, dass der E-Auto-Anteil in den USA kurzfristig auf 5 Prozent fällt. Hinzu kommen gelockerte Emissionsregeln, Zölle und eine gekürzte Infrastrukturförderung, die die Planungssicherheit verringern. Die Umweltbehörde EPA hat zudem ihr sogenanntes Endangerment Finding aufgehoben und damit die bundesweiten Grenzwerte für Auspuffemissionen gestrichen. China profitiert dagegen laut IEA von günstigen Fahrzeugen, einer großen heimischen Produktion und staatlicher Förderung. In Europa treiben vor allem die CO₂-Flottenvorgaben den Absatz; Deutschland war im ersten Halbjahr 2026 mit einem BEV-Plus von 48 Prozent erneut größter Einzelmarkt, jeder vierte Neuwagen fuhr hier batterieelektrisch.
Die schwache Nachfrage wirkt sich in den USA direkt auf Fabriken und Arbeitsplätze aus. General Motors drosselte 2025 die Fertigung elektrischer Cadillac-SUVs in Spring Hill, kündigte für ein E-Auto-Werk in Detroit den Abbau von 1200 Stellen an und pausierte die