// STADT-BREMERHAVEN — MONDO
Pakete aus Nicht-EU-Ländern werden ab 1. November 2026 teurer
von André Westphal
28. Okt. 2026 |
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Wer gerne Waren aus dem Nicht-EU-Ausland bestellt, muss bereits seit Mitte des Jahres mit höheren Kosten leben. Denn seit jenem Zeitpunkt berechnet der Zoll als Standard 3 Euro Gebühren pro Sendung. Offiziell hieß es, damit wolle man die Paketflut von Billighändlern aus China wie AliExpress oder Temu eindämmen. Allerdings trifft die Regel eben auch Sendungen aus z. B. Großbritannien oder den USA, sodass mir diese Argumentation immer eher fadenscheinig erschien. Ab 1. November 2026 folgt der nächste Schritt: Es kommen nochmal 2 Euro an Zusatzkosten obendrauf.
Damit steigen die Gebühren auf bald mindestens 5 Euro pro Sendung. Es kann sogar teurer werden, wenn unterschiedliche Produktkategorien in einem Paket verschickt werden. Denn beispielsweise fallen für ein Paket mit T-Shirts und Büchern dann je 5 Euro pro Warengruppe an. Die Regel kann also sehr ungünstig für euch sein, wenn ihr eine Art Mischmasch-Paket z. B. aus den USA bestellt. Das mache ich selbst ab und an, weil ich tatsächlich sporadisch US-Graphic-Novels und Ultra HD Blu-ray Discs via Amazon.com ordere, die bei uns nicht erhältlich sind. Handelt ihr ähnlich, dann ist die neue Regelung auch für euch besonders ungünstig.
Nun denn, die ab 1. November 2026 zusätzlich anfallenden 2 Euro pro Produktkategorie im Paket ergänzen also die ohnehin fälligen 3 Euro Produktkategorie (siehe diese Mitteilung). Mindestens 5 Euro zahlt man also an Gebühren auf Nicht-EU-Importe. Es gibt im Übrigen auch keine Ausnahmen für Norwegen, die Schweiz oder die Türkei. Falls ihr euch fragt, was die Gebühr soll: Sie ist dafür gedacht, die erhöhten Kosten der Zollbehörden zu decken. Daher sind die Gelder auch zweckgebunden und fließen nicht in den allgemeinen Haushalt.
Zahlen müsst per se nicht ihr die Gebühren, sondern der Versender ist in der Pflicht. Allerdings dürfen Händler die Gebühren ausdrücklich an ihre Kunden weitergeben. Genau das tun sie nach meiner Beobachtung auch. Einige Händler haben aber auch als Reaktion angekündigt, Lager- bzw. Verteilzentren in der EU zu errichten. Das spart ihnen dann Kosten und Zeit. Denn auch wenn sie z. B. ein Paket mit 500 Smartphone-Cases an so ein Zwischenlager versenden, zahlen sie die Gebühren nur einmalig, weil es sich um dieselbe Produktkategorie handelt.
Allgemeiner Stand der Dinge: Die neue Zusatzgebühr von 2 Euro pro Paket bzw. enthaltener Produktkategorie gilt ab 1. November 2026 dauerhaft. Wiederum ist die 3-Euro-Gebühr bis Juli 2028 beschränkt. Danach wird es aber nicht günstiger, sondern vielmehr fallen dann auf alle Bestellungen aus Nicht-EU-Ausland Zollgebühren an. Vorher gab es stets eine Freigrenze von 150 Euro Warenwert pro Sendung.
Meine Meinung? Ich bestellte selbst keine Waren bei AliExpress, Temu und Co., weil ich den Händlern der Plattformen nicht vertraue, was gesundheitsschädliche Stoffe in den Produkten betrifft. Wie beschrieben importiere ich aber gerne Kleinigkeiten aus den USA oder Großbritannien. Dass jenes als Kollateralschaden ebenfalls erschwert bzw. verteuert wird, ärgert mich natürlich. Da hätte ich mir zielgerichtete Maßnahmen gewünscht statt so eines Rundumschlages.
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