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Iran: Regisseur Jafar Panahi zu weiteren fünf Jahren Haft verurteilt
Jafar Panahi gilt als einer der prominentesten Kritiker des iranischen Regimes
Der bekannte iranische Regisseur Jafar Panahi ist in seinem Heimatland erneut zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das berichtet die Zeitung »Emtedad« unter Berufung auf Panahis Anwalt Mostafa Nili. Ein Revolutionsgericht in Teheran habe ihn zu fünf Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Auch eine zweijährige Ausreisesperre sei verhängt worden. Zudem solle sein gesamtes Vermögen eingezogen werden.
»Vergangene Woche teilte mein Mandant mit, dass seine Bankkonten gesperrt wurden«, sagte Nili der Zeitung. Seine Nachforschungen bei der Justiz hatten dann aufgedeckt, dass Panahi in Abwesenheit verurteilt worden war – erneut.
Ein Urteil in Abwesenheit gab es bereits im Dezember 2025. Damals sprach ihn ein Gericht wegen »Propaganda gegen das System« schuldig und verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr. Als Beweis diente sein heimlich gedrehter Film »Ein einfacher Unfall«.
In dem Film verarbeitet Panahi seine eigenen Hafterfahrungen in Iran. Er handelt von einer Gruppe von ehemaligen Gefangenen, die ungeplant den Agenten entführen, der sie mutmaßlich in einem iranischen Gefängnis gefoltert hat. Eines der Folteropfer sieht den Geheimagenten zufällig wieder und entführt ihn in seinem Bus mit dem Ziel, sich zu rächen und ihn umzubringen. Dann kommen ihm allerdings Zweifel.
Das Werk gewann 2025 die Goldene Palme in Cannes und wurde für die Golden Globes sowie die Oscars nominiert.
Anfang April war der 66-jährige Regisseur überraschend nach Iran zurückgekehrt, um das Urteil juristisch anzufechten. Seine Berufung gegen die Haftstrafe scheiterte allerdings.
Panahi zählt seit Jahren zu den prominentesten Kritikern des iranischen Regimes. Von Juli 2022 bis Februar 2023 saß er bereits in Haft. Seine berufliche Tätigkeit und Reisefreiheit sind seit Langem stark eingeschränkt. Mehr über den Mann, der den Mullahs die Stirn bietet, lesen Sie hier .