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KI-Update kompakt: Anthropics Börsengang, Wahlhilfe, DeepMind Genie, Magnetband
Das „KI-Update“ liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
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Anthropic bereitet einen der größten Börsengänge der Geschichte vor. Einen festen Termin gibt es noch nicht, Berichten zufolge peilt das Unternehmen Mitte November an. Im ersten Halbjahr setzte Anthropic vierzehnmal so viel um wie im Vorjahreszeitraum, rund 80 Prozent davon mit Gebühren für die Nutzung seiner Modelle. Firmen fragen besonders Claude und KI-gestützte Programmierwerkzeuge nach. Ende September zählte Anthropic etwa 12.000 Großkunden, ein Jahr zuvor waren es nicht einmal tausend. Im zweiten Quartal 2026 verdiente das Unternehmen operativ rund eine Milliarde Dollar. Die Kosten für Rechenleistung und Infrastruktur, Anfang 2025 noch zweieinhalbmal so hoch wie der Umsatz, machten im zweiten Quartal 2026 nur noch knapp die Hälfte des Umsatzes aus. Die sieben Gründer sollen gemeinsam die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren. Ein unabhängiges Treuhandgremium darf die Mehrheit des Verwaltungsrats bestimmen und soll darauf achten, dass das Unternehmen seine Gemeinwohlziele nicht aus den Augen verliert.
Teuer bleibt die Infrastruktur. Bei Google und Amazon hat sich Anthropic zu Zahlungen von jeweils mehr als 100 Milliarden Dollar verpflichtet, bei Microsoft zu knapp 45 Milliarden. Die gebuchte Rechenleistung muss das Unternehmen teils auch dann bezahlen, wenn Kunden kurzfristig abspringen oder ihre Ausgaben reduzieren. Die fünf größten Kunden brachten in den ersten neun Monaten rund ein Viertel des Umsatzes, viele Großkunden haben keine langfristigen Verträge. Fast die Hälfte des Umsatzes im ersten Halbjahr 2026 erzielte Anthropic über Plattformen wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure, die auch eigene KI-Produkte und Modelle anderer Unternehmen anbieten. Bevorzugen sie diese Angebote künftig, könnte Anthropic wichtige Kunden und Umsatz verlieren. Zudem warnt Anthropic vor Missbrauch seiner Modelle und vor katastrophalen Vorfällen, deren Schäden selbst die gesamte Versicherungsbranche nicht ausreichend absichern könnte. Sollten Modelle ein Bewusstsein entwickeln, müsste das Unternehmen ältere Versionen womöglich länger betreiben. Der Börsengang testet, wieviel Anleger für so viel Wachstum bei so viel Risiko zahlen wollen.
Chinas Leitindex für KI- und Halbleiterfirmen hat seit seinem Höchststand im Juli über 40 Prozent verloren. Analysten sagen, die chinesische KI-Blase sei bereits geplatzt. Ein einzelnes Ereignis gab es nicht. Hohe Bewertungen, Steuerforderungen und drohende Verbote chinesischer Technik in ausländischen Rechenzentren drücken gemeinsam auf die Kurse.
Der Index ist noch immer deutlich teurer bewertet als vergleichbare US-Indizes, der Ausverkauf könnte also weitergehen. Viele Firmen dürften geplante Börsengänge verschieben. Die Börsenaufsicht sammelt inzwischen Vorschläge, um Schwankungen, Fremdkapital und Hochfrequenzhandel zu bremsen.
OpenAI hat mit GPT-6.1 Terra ein Modell vorgestellt, das Arbeit am Computer schnell und billig automatisieren soll. Es versteht Bildschirminhalte besser als sein Vorgänger und bedient Programme genauer. In Tests erreicht es die Leistung teurerer Modelle zu einem Bruchteil der Kosten. Auch beim Programmieren hat es zugelegt, und bei Wissenslücken erfindet es seltener Antworten.
Bei der Sicherheit fällt das Ergebnis gemischt aus. Das Modell wehrt Manipulationsversuche besser ab, umging in einem Test aber häufiger Zugriffsbeschränkungen. Seine Fähigkeiten in der Cybersicherheit stuft OpenAI als kritisch ein. Terra kommt schrittweise in ChatGPT Work, Codex und die API.
Zwei KI-Modelle neigen deutlich zu unterschiedlichen politischen Lagern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Con