// COMPUTERBASE — FINANZA
Discord: Google kann bald Chat-Nachrichten mitlesen
Öffentliche Discord-Server lassen sich ohne Einladung beitreten. Dennoch sind ihre Gespräche über gewöhnliche Suchmaschinen kaum zu finden. Das soll sich ändern, jedoch nicht für jeden Server und jede Nachricht. Für Nutzer in Deutschland gelten außerdem andere Standardeinstellungen als in vielen anderen Ländern.
Ab dem 16. November 2026 richtet Discord für alle sogenannten Discoverable Servers eigene öffentlich einsehbare Webseiten ein, falls sie noch keine besitzen. Darauf sollen automatisch generierte Zusammenfassungen von Unterhaltungen aus öffentlichen Kanälen erscheinen. Ab Mitte Dezember sollen zudem einzelne Nachrichten im Wortlaut veröffentlicht werden, die über Google und andere Suchmaschinen gefunden werden können. Das Unternehmen erklärt die Pläne in einem Blogbeitrag.
Bedingung für die Teilnahme an der öffentlichen Server-Suche sind mindestens 1.000 Mitglieder und ein Serveralter von acht Wochen. Außerdem müssen die Betreiber ihren Server explizit für die Suche freigegeben haben. Discord zählt nach eigenen Angaben mehr als 63.000 davon. Private Server, Direktnachrichten, Gruppenchats und geschützte Kanäle bleiben von der Veröffentlichung ausgeschlossen.
Die Zusammenfassungen sollen nur Unterhaltungen berücksichtigen, die ab dem 16. November stattfinden. Für die spätere Veröffentlichung einzelner Nachrichten kommen nur Beiträge infrage, die ab Mitte Dezember geschrieben werden. Ältere Nachrichten sollen nicht nachträglich im Wortlaut im Web erscheinen. Namen und Profilbilder der Urheber zeigt der Dienst neben veröffentlichten Nachrichten nicht an.
Serverbetreiber können in den Einstellungen unter „Web Presence“ bestimmen, welche öffentlichen Kanäle für Zusammenfassungen und Nachrichten berücksichtigt werden. Beide Funktionen sind auf Serverebene standardmäßig aktiviert. Administratoren können einzelne Kanäle ausschließen oder die Veröffentlichung komplett deaktivieren. Betroffene Kanäle werden markiert, damit Mitglieder vor dem Schreiben erkennen können, dass ihre Beiträge im Web erscheinen könnten.
Für einzelne Nutzer gibt es eine zusätzliche Einstellung unter „Daten & Privatsphäre“. In der EU ist die Veröffentlichung eigener Nachrichten grundsätzlich deaktiviert und muss ausdrücklich eingeschaltet werden. Das gilt unter anderem auch für Großbritannien, Kanada und Australien. In anderen Gebieten ist die Funktion für erwachsene Nutzer prinzipiell aktiviert, solange sie nicht widersprechen. Konten von Jugendlichen sind von der Veröffentlichung einzelner Nachrichten ausgeschlossen.
Die persönliche Einwilligung betrifft jedoch nur einzelne Nachrichten, nicht die automatisch erstellten Zusammenfassungen. Diese können weiterhin erscheinen, sofern die Serverbetreiber sie erlauben. Wer seine Freigabe später widerruft, verhindert aber nur die Veröffentlichung danach verfasster Beiträge. Bereits freigegebene Nachrichten müssen einzeln bei Discord gelöscht werden, um sie von dessen Webseiten zu entfernen.
Getestet hat Discord die Veröffentlichung bereits mit Communitys zu NBA 2K, Rust und Dead by Daylight. In dieser Pilotphase stammten die öffentlich sichtbaren Beiträge jedoch nur von Administratoren und Moderatoren. Mit dem Start im Dezember sollen auch Nachrichten normaler Mitglieder hinzukommen.
Discord ist eine moderne Chat-App für (Gaming-)Communities, die Text- und Sprachchat beherrscht.