// HEISE ONLINE — CYBERSECURITY
Cyberangriff auf Fehmarnbelt-Tunnel-Gesellschaft: Cybergang meldet sich
Die Fehmarnbelt-Tunnel-Baugesellschaft wurde Opfer eines Angriffs. Nun melden sich die angeblichen Täter und wollen Geld.
Mitte Oktober wurde das Baukonsortium, das am Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark beteiligt ist, Opfer eines Cyberangriffs. Teile der Bauarbeiten wurden dadurch zeitweise lahmgelegt, laufen inzwischen aber wieder an. Nun melden sich die angeblichen Täter im Darknet und bieten erbeutete Daten zum Kauf an.
Auf der Leaksite der Online-Bande Barracuda ist ein Eintrag aufgetaucht, in dem die Cybergang behauptet, für den Einbruch und Datenabfluss verantwortlich zu sein. Mit dem gleichnamigen Security-Hersteller Barracuda Networks hat die Gruppe nichts zu tun. Die Cybergang verlangt 500.000 US-Dollar, umgerechnet rund 450.000 Euro, und bietet die Daten einzeln oder komplett zum Verkauf an – ob und falls ja, in welcher Kryptowährung die Täter das Geld wollen, lässt sich der Leaksite nicht entnehmen.
Der Text der Detailseite liefert Einblicke, die eigentlich nur die echten Täter haben können. Die Baugesellschaft Femern Link Contractors (FLC) müsste damit die Echtheit rasch überprüfen können. Demnach haben die Angreifer das EDR-System umgangen und konnten die Infrastruktur infiltrieren. Ab dem 17. September wollen sie Vollzugriff auf alle vertraulichen Daten von FLC erlangt haben, von interner Korrespondenz über Verträge bis hin zu Versicherungsdokumenten, Tunnel-Konstruktionsfotos, Bankkonten, Kontoständen, persönlichen Informationen zu Mitarbeitern und mehr. Im Anschluss habe die Tätervereinigung sämtliche VMware-vCenter-VMs verschlüsselt, wodurch die Infrastruktur zusammengebrochen sei.
Die Täter beschweren sich, dass durch die Einmischung der dänischen Polizei eine Kooperation verhindert worden sei und dass sie nun alle Daten veröffentlichen wollten, um FLC maximal zu schädigen. Der Umfang soll sich auf 2,44 TByte an Daten belaufen und sämtliche Bereiche der Baugesellschaft betreffen.
FLC hat derweil eine Stellungnahme auf der Webseite des Verbunds veröffentlicht. Darin bestätigt das Konsortium den Cyberangriff. Potenziell Betroffene habe man informiert, Angestellte könnten sich an eine dafür eingerichtete Hotline für rechtliche Fragen wenden. Der IT-Vorfall sei dort am 11. Oktober aufgefallen, man habe umgehend Maßnahmen ergriffen, die Untersuchungen dauern offenbar weiterhin an. Auf die angedrohte Veröffentlichung hat Femern Link Contractors bislang nicht reagiert.
Ob Sicherheitslücken, Viren oder Trojaner – alle sicherheitsrelevanten Meldungen gibts bei heise security
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Immer informiert bleiben: Klicken Sie auf das Plus-Symbol an einem Thema, um diesem zu folgen. Wir zeigen Ihnen alle neuen Inhalte zu Ihren Themen.
Mehr erfahren.