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Schwacher Gammablitz hinterließ einen der hellsten je beobachteten Nachscheine
Ein vergleichsweise schwacher Gammablitz vom März 2026 hat einen der hellsten jemals beobachteten Nachscheine hinterlassen. Die Lichtkurven legen nahe, dass die Erde nicht direkt in den gebündelten Materiestrahl der Explosion blickte. Eine erneute Aufhellung im Röntgenlicht könnte zudem auf einen besonders energiereichen Kern dieses Jets hindeuten.
Rom (Italien). Wenn ein massereicher Stern am Ende seines Lebens kollabiert, kann er gebündelte Materiestrahlen in den Weltraum schleudern. Richten sich diese sogenannten Jets annähernd auf die Erde, erscheint ihre Gammastrahlung besonders intensiv und verrät die Explosion auch aus großer Entfernung.
Ein Gammablitz kann aber auch deshalb schwach wirken, weil sein Jet seitlich an der Erde vorbeizielt. In diesem Fall ist die Strahlung zunächst weniger stark auf uns gebündelt, während der länger anhaltende Nachschein einen anderen Blick auf die Explosion eröffnet. Genau ein solches Szenario kommt für den Gammablitz GRB 260310A infrage.
Forscher der Università degli Studi di Roma Tor Vergata um Yu-Han Yang haben den Ausbruch vom 10. März 2026 und seinen Nachschein in mehreren Wellenlängenbereichen untersucht. Das Weltraumteleskop Fermi registrierte zunächst einen rund 53 Sekunden langen Gammaimpuls mit vergleichsweise geringer Strahlungsenergie. Anschließend verfolgte das Team die Quelle unter anderem mit optischen, Radio- und Röntgenteleskopen über viele Wochen.
Dabei erreichte der Nachschein am Himmel eine außergewöhnliche Helligkeit. Im sichtbaren Licht und im Röntgenbereich gehörte er zu den hellsten ein Prozent der verglichenen Gammablitze, während die Radiostrahlung heller war als bei rund 95 Prozent der Vergleichsereignisse. Das sichtbare Licht nahm nach dem Ausbruch zunächst über mehrere Stunden zu, statt sofort wieder abzufallen.
Diese beobachtete Helligkeit bedeutet allerdings nicht, dass die Explosion selbst zu den energiereichsten gehörte. GRB 260310A liegt mit einer Rotverschiebung von etwa 0,153 für einen Gammablitz relativ nahe, was seine scheinbare Helligkeit erheblich verstärkt. Nach Berücksichtigung der Entfernung liegt die tatsächliche Leuchtkraft in weiten Teilen des Nachscheins innerhalb der üblichen Bandbreite.
Die Kombination aus einem schwachen Gammaimpuls und einem erst langsam heller werdenden optischen Nachschein passt zu einem Jet, dessen Hauptachse nicht genau auf die Erde gerichtet ist. Wenn der Materiestrahl mit der Zeit abgebremst wird, erreicht seine zuvor stark gebündelte Strahlung einen größeren Winkelbereich. So können für einen seitlichen Beobachter nach und nach hellere Teile der Ausströmung sichtbar werden.
Auch das Spektrum des Gammaimpulses spricht eher für diesen geometrischen Effekt als für eine grundsätzlich langsame, weniger stark beschleunigte Ausströmung. Die beobachtete Supernova mit breiten Spektrallinien bestätigt zudem, dass der Gammablitz beim Tod eines massereichen Sterns entstand. Die genaue Blickrichtung des Jets lässt sich aus den Daten aber nur mithilfe von Modellen erschließen.
Noch überraschender war der weitere Verlauf der Röntgenstrahlung. Nach einer Phase des Abklingens hellte sich der Nachschein etwa 20 bis 30 Tage nach dem ursprünglichen Gammablitz erneut auf. Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop Chandra bestätigten, dass dieses zusätzliche Licht tatsächlich aus derselben Quelle stammte.
Eine mögliche Erklärung liefert ein Jet mit zwei unterschiedlich schnellen Bereichen. Danach erzeugt eine breite, langsamere Außenströmung einen großen Teil des frühen Nachscheins, während ein schmaler und energiereicher Kern erst später deutlicher sichtbar wird. Ein Beobachter direkt auf der Jetachse hätte in diesem Modell einen wesentlich intensiveren Gammablitz wahrgenommen.