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Zwei verborgene Begleiter der Milchstraße in Daten des Rubin-Teleskops entdeckt
Schon in den ersten Testdaten des Vera-C.-Rubin-Observatoriums sind zwei bisher unbekannte Sternsysteme in der Umgebung der Milchstraße aufgetaucht. Aquarius IV könnte eine extrem lichtschwache Zwerggalaxie sein, während Rubin-GC1 wahrscheinlich ein Kugelsternhaufen ist. Die Entdeckungen zeigen, dass das neue Teleskop auch schwer erkennbare Begleiter unserer Galaxie aufspüren kann.
New Haven (U.S.A.). Die Milchstraße ist von kleineren Sternsystemen umgeben, von denen einige nur aus verhältnismäßig wenigen sichtbaren Sternen bestehen. Besonders lichtschwache Zwerggalaxien können sich in Himmelsaufnahmen so wenig vom Hintergrund abheben, dass sie trotz jahrzehntelanger Durchmusterungen unentdeckt bleiben.
Wie viele solcher Begleiter noch fehlen, ist für die Erforschung der Milchstraße eine wichtige offene Frage. Ihre Anzahl und ihre Eigenschaften könnten zeigen, wie unsere Galaxie gewachsen ist und wie sich Dunkle Materie in ihrem Umfeld verteilt.
Forscher der Yale University um William Cerny haben in frühen Beobachtungsdaten des neuen Rubin-Observatoriums das Sternsystem Aquarius IV identifiziert. In einer zweiten Untersuchung entdeckten Forscher der University of Chicago um Aashay Pai mit Rubin-GC1 einen weiteren bislang unbekannten Begleiter der Milchstraße.
Die beiden Arbeiten nutzen das sogenannte Early Data Preview 2 (EDP2), das Testaufnahmen aus der Zeit von April 2025 bis Januar 2026 enthält. Die analysierten Aufnahmen decken etwa 3.000 Quadratgrad oder rund sieben Prozent des gesamten Himmels ab.
Um schwache Sternsysteme zu finden, suchten die Teams nach örtlichen Häufungen von Sternen mit zusammenpassenden Farben und Helligkeiten. Auf diese Weise lassen sich auch Objekte erkennen, die nicht als geschlossene Lichtflecken erscheinen, sondern nur als wenige einzelne Sterne.
Die Aquarius-IV-Ergebnisse sind als kurze wissenschaftliche Research Note veröffentlicht worden, ohne ein reguläres Fachbegutachtungsverfahren durchlaufen zu haben. Die Zuordnung des schwachen Systems zu einer bestimmten Objektklasse bleibt daher vorläufig und muss durch weitere Beobachtungen geklärt werden.
„Was ich besonders spannend finde, ist, dass diese Entdeckungen für Rubin erst der Anfang sind“, erklärt William Cerny.
Aquarius IV liegt nach den Messungen etwa 109 Kiloparsec oder rund 355.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und gehört damit zum äußeren Halo der Milchstraße. Der Sternüberschuss erreichte in den Rubin-Daten eine statistische Signifikanz von rund acht Sigma und ließ sich unabhängig in älteren Aufnahmen der Dark Energy Camera (DECam) mit etwa sechs Sigma wiederfinden.
Die Farben und Helligkeiten der Sterne sind mit einer sehr alten, metallarmen Sternpopulation von ungefähr 13 Milliarden Jahren vereinbar. Auch seine räumliche Ausdehnung spricht eher für eine extrem lichtschwache Zwerggalaxie, doch ein kompakter Sternhaufen lässt sich nach der Originalarbeit noch nicht sicher ausschließen.