// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Frankreich bereitet sich auf neue Schülerproteste vor
Frankreich stellt sich auf ein unruhiges Wochenende ein: Erneut wollen Schüler im ganzen Land gegen die Bildungspolitik protestieren. Denn die ersten Zugeständnisse der Regierung reichen ihnen nicht aus.
Die Behörden werden alles tun, damit die bevorstehende Halloween-Nacht nicht zum Horror wird. Schon Anfang der Woche warnte Präsident Macron: "C’est un samedi à risque." - Der nächste Samstag werde wieder risikoreich. Denn die Schülerinnen und Schüler wollen erneut auf die Straße gehen.
Zwar haben sie den Fünf-Punkte-Plan des Bildungsministers Geffray begrüßt. Dieser hatte am Dienstag zugesagt, die Klassenstärke zu reduzieren, 500 zusätzliche Lehrerstellen zu schaffen, vergünstigte Kredite im Umfang von vier Milliarden Euro für die Renovierung der Schulgebäude zur Verfügung zu stellen und das umstrittene System zur Studienplatzvergabe zu reformieren. Doch unterm Strich reichen den Schülern die Ankündigungen nicht.
Interview
19.10.2026
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"Was wir bekommen haben, sind bloß Krümel angesichts dessen, was wir gefordert haben", bemängelte Schülersprecher Clement Vieillot. "Wir wollen 250.000 neue Studienplätze und sie haben nur 15.000 neue Plätze bewilligt." Sein Mitstreiter Marius Mesnil von der Schülergewerkschaft Union Syndicale Lycéenne fügte hinzu: "Das ist zu wenig: Wir fordern 250.000 neue Studienplätze, damit keine Bewerber mehr aussortiert werden."
Präsident Macron warnte vor maximalistischen Forderungen. Im Gespräch mit dem Youtuber Hugo Décrypte erklärte er, dass er in den letzten zehn Jahren 500.000 neue Studienplätze geschaffen habe und betonte: "In unserem Land ist das Studium kostenlos." Auch die Studierendenversicherung sei inzwischen kostenlos und die Stipendien erhöht worden.
"Wir müssen mit der Idee Schluss machen, es gäbe ein universelles Recht auf ein Universitätsstudium. Das sei "falsch und auch nicht wünschenswert", so Macron.
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Doch vielen Schülerinnen und Schülern ist der Druck zu groß. Sie prangern die Konkurrenz bei der Studienplatzvergabe an und wollen erreichen, dass in den letzten zwei Schuljahren nicht mehr alle Noten aus den Schwerpunktfächern fürs Abitur zählen. Zudem kritisieren sie die langen Schultage und die Benachteiligung von Schülern aus den Banlieues, also den Randgebieten großer Städte, und den Übersee-Departements.