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China nach absoluten Zahlen ganz vorn beim Schnellladenetz-Ausbau
Die meisten neuen Schnelllader stellt zwar China auf – nicht nur absolut, sondern auch bezogen auf die Zahl der E-Autos. Die Zahl hat aber begrenzte Bedeutung.
Öffentliches Schnellladen gehört zu den Voraussetzungen wachsender Elektromobilität. Auf den größten E-Auto-Märkten Europa, USA und China verläuft der Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur jedoch ganz unterschiedlich. Während China und Europa führen, haben sich die USA aufgrund einer EV-feindlichen politischen Agenda aus diesem Rennen praktisch verabschiedet. Dass China gerade führt, liegt an seinen staatlichen Maximalvorgaben und seiner Bevölkerungsstruktur. In Europa sollen dagegen Leitlinien ohne fixe Zielvorgaben die Voraussetzungen für den nötigen Ausbau im Verhältnis zur wachsenden Flotte der E-Autos schaffen.
China baut sein Netz an Schnellladern für Elektroautos deutlich schneller aus als jeder andere Markt. Nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) entfielen 2024 rund 80 Prozent des weltweiten Zuwachses an öffentlichen Schnellladepunkten auf das Land. Der chinesische Bestand stieg innerhalb eines Jahres von 1,2 auf 1,6 Millionen. Laut dem im Mai 2026 erschienenen Global EV Outlook 2026 waren es Ende 2025 bereits 2,2 Millionen.
Die Agentur teilt öffentliche Ladepunkte nach Nennleistung ein: Bis 22 Kilowatt gelten sie als langsam, darüber bis unter 150 Kilowatt als schnell, ab 150 Kilowatt als ultraschnell. Weltweit zählte die IEA Ende 2024 rund 2 Millionen Schnellladepunkte im engeren Sinn, die Zahl der Ultraschnelllader wuchs um mehr als 50 Prozent. Im US-Branchenblatt Automotive News heißt es, funktionierende Schnelllader seien inzwischen nur noch Grundvoraussetzung, im Wettbewerb gehe es zunehmend darum, das Laden einfacher und effizienter zu machen.
Zum Vergleich: Die EU baute ihren Bestand an Schnellladern unter 150 Kilowatt 2024 um knapp 50 Prozent auf 71.000 aus, hinzu kamen mehr als 77.000 Ultraschnellladepunkte, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. In den USA wuchs die Zahl der Schnell- und Ultraschnelllader von 40.000 auf gut 50.000. Über alle Leistungsklassen hinweg standen Ende 2024 etwa 65 Prozent der weltweit mehr als 5 Millionen öffentlichen Ladepunkte in China.
Setzt man den Bestand ins Verhältnis zur Flotte, schrumpft der Abstand: In China kam Ende 2024 mehr als ein öffentlicher Ladepunkt auf zehn E-Autos, im EU-Schnitt einer auf 13. Aussagekräftiger ist die installierte Leistung pro Fahrzeug, die die IEA für China auf mehr als 3 Kilowatt schätzt, für die EU auf 2,6 und für die USA auf weniger als 1,5 Kilowatt. Beide Kennzahlen hängen stark von der Wohnsituation ab. In Chinas Großstädten sind viele Fahrer auf öffentliches Laden angewiesen, die 15 Städte mit den meisten Ladepunkten vereinen mehr als die Hälfte des nationalen Bestands. In Europa liegt dieser Anteil bei 25 Prozent. In Deutschland wohnen knapp 60 Prozent der Menschen in Wohnungen, was den öffentlichen Ausbau hierzulande besonders relevant macht.
Wie leistungsfähig und zuverlässig ein Ladenetz ist, beantworten Zahlen zum Wachstum natürlich nicht. Länderübergreifend vergleichbare Angaben zu Auslastung, abgegebenen Kilowattstunden je Ladepunkt oder erfolgreichen Ladevorgängen geht aus der Erhebung der IEA nicht hervor. Diese Werte entscheiden aber über den tatsächlichen Nutzen. Eine reine Verfügbarkeitsquote ist dabei wenig hilfreich: Eine Analyse der California Energy Commission weist darauf hin, dass ein Anschluss als „online“ gelten kann, obwohl Fahrer wegen eines Zahlungsfehlers nicht laden können. Kalifornien verlangt für geförderte Schnelllader deshalb mindestens 97 Prozent Uptime und wertet Ausfälle des Bezahlsystems voll als Ausfallzeit.
Belastbarer ist die Erfolgsquote beim ersten Ladeversuch, ergänzt um Abbruchquoten, Reparaturzeiten und den Hinweis, ob geplante Wartung herausgerechnet wurde. In der EU müssen Betreiber nach der Ladeinfrastrukturverordnung AFIR seit April 2025 Betriebsstatus, Verfügbarkeit und Ad-hoc-Preise als dynamische Daten bereitstellen. D