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Experte zum Krypto-Angriff: "Drei Milliarden sind definitiv weg"
Beim Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance geht es um Digitalwährungen in Milliardenhöhe. Cybersicherheitsexperte Mirko Ross erklärt, warum die Spur nach Nordkorea führt und was Anleger beachten sollten.
ARD-Finanzredaktion: Binance - die größte Kryptobörse - spricht von einem Sicherheitsvorfall mit einem geschätzten Gesamtschaden von 6,3 Milliarden Dollar. Was ist nach bisherigen Informationen passiert?
Mirko Ross: Was wir wissen ist, dass in der vergangenen Nacht massiv Kryptowährungen von Binance abgezogen wurden. Die wurden überwiesen an andere Adressen, und - sofern man jetzt den ersten Meldungen und Berichten glauben kann - war der Angriff von Staatshackern aus Nordkorea. Man konnte einen Teil jetzt einfrieren bei den jeweiligen Adressen. Aber drei Milliarden sind wohl definitiv weg.
ARD-Finanzredaktion: Das Unternehmen selbst hat auf der Online-Plattform X behauptet, der Angriff könnte über den Laptop eines IT-Mitarbeiters erfolgt sein. Wie muss man sich das vorstellen?
Ross: Erstmal ist es so, dass natürlich bei so einer Kryptobörse wie Binance nicht einfach große Werte von den Binance-Wallets - also deren Schatzkiste quasi - übertragen werden an andere Adressen. Solche Systeme sind abgesichert, dort werden sogenannte Zertifikate ausgestellt. Das sind quasi Schlüssel, die so eine Transaktion erlauben. Alles, was wir wissen bislang, ist, dass die Angreifer Zugriff auf dieses Schlüsselsystem von Binance hatten und sich damit quasi selber Transaktionen freigeben lassen konnten.
ARD-Finanzredaktion: Und was hat das mit dem Laptop des Mitarbeiters zu tun?
Ross: Es kann sein, dass natürlich so ein Entwickler, der auch Schlüssel benötigt oder der vielleicht an diesem Schlüsselsystem arbeitet, mit seinem kompromittierten Laptop eine Eintrittsquelle für die Angreifer war. Aber das muss man wirklich genau betrachten später, wie es im Detail stattgefunden hat.
Die weltgrößte Kryptobörse Binance ist offenbar Opfer einer massiven Cyberattacke geworden.
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ARD-Finanzredaktion: Laut der Analysefirma TRM Labs sollen die Angreifer den Großteil der betroffenen Kryptowährungen innerhalb von nur 20 Minuten bewegt haben. Wie ist das technisch so schnell möglich?
Ross: Das gesamte Binance-System ist darauf ausgelegt, Transaktionen sehr schnell zu machen und auch in großen Volumina. Das erklärt es, warum quasi so große Volumina an Kryptowährungen so schnell abfließen konnten, weil das System das Prinzip erstmal können muss. Was natürlich ein Problem ist: Es waren 20 Minuten, in denen sehr viel Aktivität war.