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Amazon Alexa Tablet 12 Pro im Test: Das Premium-Gefühl mit Google Play Store
von Carsten Knobloch
31. Okt. 2026 |
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Wer hier im Blog regelmäßig mitliest, der kennt vielleicht meine pragmatische Haltung zu Amazon-Hardware. Die Echo-Lautsprecher, die Fire TV-Sticks und die eero-Router kann man, je nach Setup daheim, sicherlich schmerzlos für eine gewisse Zeit nutzen (FireTV-Stick, I'm looking at you).
Wenn es aber um die Tablets von Amazon ging, war ich in der Vergangenheit oft eher unterwältigt. Meistens handelte es sich um günstige Plastikbomber, die primär als reine Medienkonsum-Maschinen für Prime Video dienten, vollgestopft mit Amazon-Diensten und stark beschnitten, da der Google Play Store schlichtweg fehlte.
Aber jetzt hat Amazon unter anderem das neue Alexa Tablet 12 Pro auf den Schreibtisch geworfen. Und was soll ich euch sagen? Da hat sich hinter den Kulissen gewaltig etwas verändert. Das liegt höchstwahrscheinlich an einer sehr prominenten Personalie: Panos Panay, der ehemalige Chef der Microsoft-Surface-Sparte, der vor knapp drei Jahren zu Amazon gewechselt ist. Man merkt an jeder Kante, jedem Scharnier und jeder Software-Ecke: Hier durften mal Menschen ran, die wissen, wie man Geräte baut. Dennoch war es eine wilde Achterbahnfahrt mit dem Gerät.
Sobald man das Alexa Tablet 12 Pro in die Hand nimmt, fällt auf: Das ist kein billiges Spielzeug mehr. Die Verarbeitung ist auf einem Level, das man sonst eher von den teuren Geräten aus Redmond oder Cupertino kennt. Das Gehäuse fühlt sich extrem wertig an, es verwindet sich nichts und die Gewichtsverteilung ist hervorragend ausbalanciert.
Richtig gut gelöst sind die optionalen Zubehörteile. Wer das sogenannte Productivity-Bundle (für rund 150 Euro extra) dazukauft, bekommt ein Keyboard-Cover, das extrem stark an die Surface-Pro-Tastaturen erinnert. Gibt ja Menschen, die mochten die.
Der Kickstand an der Rückseite wird magnetisch gehalten. Anstatt dass das Teil bei jedem Aufklappen verrutscht oder abfällt (eine absolute Krankheit bei vielen günstigen Android-Tablets), hat Amazon hier gut gearbeitet. Klappt man das Cover zu, geht das Tablet artig in den Standby-Modus; klappt man es auf, wacht es auf - eigentlich ein Standard. Selbst das verbaute Trackpad arbeitet für Android-Verhältnisse erstaunlich präzise und flüssig. Immer, wenn Finger auf das Gerät treffen, muss es bei mir zu 100 % sitzen, sonst bin ich schon genervt. Und dazu komme ich nun.
Schauen wir uns den Bildschirm an, denn da gucken wir schließlich die ganze Zeit drauf. Wir sprechen hier über ein 12 Zoll (ca. 30,5 cm) großes IPS-LCD-Panel. Erwartet hier keine perfekten OLED-Schwarzwerte, dafür bekommt ihr aber natürliche Farben und einen knackigen Kontrast. Mit einer Auflösung von 2.800 x 1.840 Pixeln im produktiven 3:2-Format ist das Panel knackscharf.
Gerade das 3:2-Format ist ein Segen fürs Surfen und Arbeiten, da man vertikal viel mehr Inhalt sieht als bei den typischen 16:9-Kinobildschirmen. Die Bildwiederholrate liegt bei flüssigen 120 Hz und die Helligkeit geht mit rund 500 Nits völlig in Ordnung. Für den Home-Office-Schreibtisch, die Couch oder den Zug reicht das dicke.
Mein persönlicher Favorit ist aber eine Option, die beim Pro-Modell für einen Aufpreis von 50 Euro wählbar ist: das Nano-Matte-Coating. Gerade in den letzten ein, zwei Jahren feiern matte Displays endlich ein echtes Comeback. Es reduziert nervige Spiegelungen von Deckenlampen massiv und bietet beim Schreiben und Zeichnen einen wunderbaren, leichten Widerstand. Wer nicht zwingend auf spiegelndes Hochglanzglas steht und das Gerät nicht nur im Dunkeln nutzt, sollte hier definitiv zur matten Version greifen. Gelegenheitsnutzer: Spart euch den Aufpreis.