// EUROGAMER.DE — GAMING
Call of Duty: Modern Warfare 4 entfernt kontroverse Inhalte der Itaewon-Tragödie
Call of Duty: Modern Warfare 4 entfernt Aufnahmen der realen Itaewon-Tragödie aus der Anfangssequenz, nachdem es heftige Kritik von Angehörigen gab.
Call of Duty: Modern Warfare 4 ist der neueste Teil des beliebten Shooter-Franchise und fokussiert sich dieses Mal auf den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. Auch wenn Realismus im Fokus von Activisions Ego-Shooter steht, gehen vielen Betroffenen die realen Aufnahmen der Itaewon-Tragödie zu weit und sie forderten deren Entfernung. Nun will der Entwickler die kontroverse Anfangssequenz anpassen.
Während der reale Konflikt zwischen Nord- und Südkorea als Inspiration dient, erzählt Modern Warfare 4 die Geschichte eines fiktiven Krieges zwischen den beiden Ländern. Zur Einstimmung werden dafür verschiedene Nachrichtenbeiträge zusammengeschnitten und gezeigt. Darunter auch die Itaewon-Tragödie. Die Katastrophe ereignete sich während einer Halloween-Feier, bei der am 29. Oktober 2022 eine tödliche Massenpanik ausbrach. In deren Verlauf starben 159 Menschen und 196 weitere wurden verletzt.
In der Anfangssequenz wird dabei eine Szene eines Rettungssanitäters eingeblendet, der versucht, eine leblose Person wiederzubeleben. Angehörige und Geschädigte der Katastrophe haben anschließend Activision aufgefordert, die Szenen zu entfernen. Der Entwickler ist dieser Aufforderung nun nachgekommen und ein Sprecher entschuldigte sich öffentlich. Man habe nicht “die Absicht gehabt, auf die Katastrophe von Itaewon Bezug zu nehmen oder diese zu verharmlosen”.
Das Ziel sei es gewesen, eine “realistische und immersive Erfahrung” zu schaffen und keineswegs bestehende Traumata befeuern. Die Szenen sollen mit einem Update am 12. November entfernt werden. Bereits im Vorfeld der Entwicklung hat sich das Studio mit möglichen Kontroversen und Problematiken des Settings auseinandergesetzt und mit sowohl Experten als auch koreanischen Mitarbeitern bei Infinity Ward gesprochen.
Während Realismus ein hohes Gut im Shooter-Genre ist, so überrascht es mich doch, dass Aufnahmen echter Katastrophen verwendet werden, ohne an die möglichen Folgen zu denken. Gerade wenn sich im Vorfeld so intensiv mit verschiedenen Problemen und möglichen Kontroversen des Spielschauplatzes auseinandergesetzt wird. Realismus sollte hier nicht über der Pietät gegenüber den Opfern stehen.