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Android-Backdoor: Hersteller missbraucht 1,3 Millionen Geräte als Botnetz
von Oliver Posselt
3. Nov. 2026 |
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Google hat einen Hintereingang in Android-Geräten aufgedeckt, der direkt in die Firmware eingebaut war. Betroffen sind rund 1,3 Millionen Geräte, vor allem Android-TV-Set-Top-Boxen, aber auch Telemedizin-Hardware, Karaoke-Maschinen und digitale Werbedisplays. Wer eine solche Box am Fernseher betreibt, sollte das im Hinterkopf haben.
Der Hersteller dahinter ist Videostrong Technology aus Shenzhen, China. Google zufolge wurde die Backdoor absichtlich für finanziellen Gewinn entwickelt und betrieben. Videostrong verkaufte demnach Zugänge an kriminelle Partner, die eigene Schadmodule nachluden, beispielsweise für Werbe-Betrug, zum stillen Einbinden der Geräte in Residential-Proxy-Netzwerke und zum Verteilen weiterer Malware. Das lief alles natürlich ohne Wissen der Besitzer.
Laut Google steckte die Malware über mehrere Jahre in vielen Modellreihen und Marken. Eingeschleust wurde sie per Obfuskation erst beim ersten Start der Hardware. Google hat die Backdoor nach eigenen Angaben entfernt, die Command-and-Control-Server abgeschaltet und die Zusammenarbeit mit Videostrong beendet. Der Hersteller darf keine zertifizierten Android-Geräte mehr bauen oder verkaufen und keine Software dafür liefern.
Weil die kriminellen Partner ihre Module auch über andere Kanäle verteilen, rechnet Google damit, mindestens zehn Millionen weitere kompromittierte Geräte vom Netz getrennt zu haben. Der Konzern will außerdem seine Prüfverfahren für Gerätehersteller verschärft haben.
Offen bleibt, welche Modelle genau betroffen sind. Wer eine günstige Set-Top-Box ohne bekannten Markennamen nutzt, sollte nach Updates suchen oder das Gerät besser gleich austauschen.
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