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Erst 110, jetzt 11 Mrd. Dollar: Warum große Investoren bei OpenAI derzeit zögern
Bei Finanzierungsrunden eilte OpenAI bislang von Rekord zu Rekord, im Februar dieses Jahres sammelte das Unternehmen noch 110 Milliarden US-Dollar ein. Nun schwindet aber das Interesse von Investoren, berichtet das Wall Street Journal.
Dem Bericht zufolge wollte OpenAI bei der aktuellen Finanzierungsrunde eigentlich 30 Milliarden US-Dollar einnehmen. Von dieser Summe ist das Unternehmen aber noch weit entfernt. Die Zusagen belaufen sich bislang auf lediglich 11 Milliarden US-Dollar, was lediglich rund 37 Prozent der anvisierten Summe sind. Vor allem große Investoren sind bislang zurückhaltend, berichtet das Wall Street Journal mit Verweis auf Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind.
Mit der Finanzierungsrunde kommt OpenAI auf eine Bewertung von 1,25 Billionen US-Dollar. Das ist ebenfalls weniger als die 1,4 Billionen US-Dollar, die ursprünglich anvisiert wurden. Das Wachstum ist also geringer als erwartet.
Um weitere Geldgeber zu finden, will OpenAI laut dem Wall Street Journal nun Family Offices – also die Vermögensverwalter äußerst reicher Familien – sowie sehr wohlhabende Personen ins Visier nehmen. So will man insgesamt bis zu 20 Miliarden US-Dollar einnehmen.
OpenAIs Schwierigkeiten passen zu einem KI-Markt, in dem die Nervosität steigt. Neben OpenAI verzeichnet insbesondere Anthropic zwar Rekordumsätze, demgegenüber stehen aber die enormen Ausgaben für den Bau der KI-Infrastruktur. Analysten zweifeln daher, dass die Umsätze schnell genug wachsen.
Speziell OpenAI kämpft zudem noch mit der Konkurrenz von Anthropic. Der Claude-Entwickler treibt derzeit den Börsengang voran und wirbt ebenfalls um Investorengelder.
Anthropic gilt derzeit als führend. Während Anthropic im zweiten Quartal 2026 seinen Umsatz gegenüber dem ersten Quartal mehr als verdoppelte, kam OpenAI in dieser Zeit nur auf einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent. Zusätzlich hat sich OpenAIs operativer Verlust im zweiten Quartal erhöht.
Weil OpenAI aber die Preise für den Zugang zu den Modellen senkte, konnte es laut Informationen des Wall Street Journal Marktanteile zurückgewinnen. Ein Preiskampf bei den Frontier-Modellen ist angesichts steigender Ausgaben aber ebenfalls eine Entwicklung im Markt, die Investoren und Analysten skeptisch bewerten.