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RIP Janosch - Der Erfinder der Tigerente ist mit 95 Jahren gestorben
Janosch ist tot. Der gebürtige Horst Eckert starb mit 95 Jahren. (Bilder: Dieter Schnöpf/CC BY-SA 3.0/Janosch film & medien AG)
Die Holzente auf Rollen verliert ihren Schöpfer: Horst Eckert, den die meisten von euch als Janosch kennen, ist mit 95 Jahren auf Teneriffa gestorben.
Seine Bücher begleiteten Generationen beim Aufwachsen. Doch hinter den Geschichten rund um Panama, Bär und Tiger steckte weit mehr als Kinderzimmer-Idylle. Janoschs Schaffen war auch ein Befreiungsschlag gegen Zwang, Heuchelei und Gewalt.
Geboren 1931 im oberschlesischen Hindenburg, erlebte Eckert Jahre bitterer Not. Sein Vater schlug die Familie im Rausch, die Mutter herrschte mit religiöser Höllenangst. Seine Taufe nannte der Künstler später den größten Unfall seines Lebens. Hinzu kamen Schikanen in der Hitlerjugend und der Drill autoritärer Lehrer.
Aus diesem Trauma formte er eine Gegenwelt. Ein Verleger schlug den Namen Janosch vor. Mit »Oh, wie schön ist Panama« gelang 1978 der Durchbruch. Die Reise von Bär und Tiger zeigte, dass das Paradies kein ferner Sehnsuchtsort ist. Wahres Glück liegt in der Selbstgenügsamkeit und der Freude am Vertrauten.
Der Staat Panama verlieh Janosch 1999 dafür sogar seinen höchsten Verdienstorden.
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Die berühmte Tigerente entstand bloß als zufällige Randfigur. Für den Zeichner war sie eine Parabel auf den Menschen: Nach außen gestreift und gefährlich wie ein Raubtier, im Inneren aber passiv und willenlos an der Schnur geführt.