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Cartridges-Hersteller für Switch und Switch 2 zieht sich aus dem Geschäft zurück
Macronix beendet die ROM-Produktion für Nintendo-Module. Der Schritt verschärft Lieferengpässe und könnte den Trend zu Game-Key-Cards weiter befeuern.
Macronix steigt aus dem ROM-Geschäft aus. Das gab der langjährige Nintendo-Hardware-Partner und einer der wichtigsten Hersteller von Festspeichern nun bekannt. ROM-Chips sind das Herzstück der Cartridges für die Switch und die Switch 2.
Branchenanalyst David Gibson teilte die Neuigkeiten via X, nachdem Macronix den Schritt im jüngsten Quartalsbericht verkündet hatte. Das Unternehmen will seine ROM-Sparte bis zum Ende des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2026 komplett einstellen.
Aktuell machen ROM-Produkte laut den Zahlen des dritten Quartals nur noch fünf Prozent des gesamten Geschäfts von Macronix aus – vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei satten 26 Prozent. Dementsprechend verlagert der Hersteller seine Kapazitäten künftig auf NOR-(Flash)- und eMMC-Speicherchips.
Zwar setzt Nintendo bei der ROM-Produktion nicht ausschließlich auf Macronix und bezieht Komponenten unter anderem auch von Rohm Co. (Oki Semiconductor). Der Wegfall eines so zentralen Partners belastet die ohnehin angespannte Lieferkette jedoch spürbar und könnte die Preise weiter in die Höhe treiben.
Gibson betont zudem, dass dieser Engpass Publisher – einschließlich Nintendo selbst – vermehrt dazu bringen könnte, auf Game-Key Cards zu setzen. Diese Boxen enthalten kein physisches Modul, wodurch Publisher die steigenden Cartridge-Kosten umgehen.
Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, dürfte es sich hierbei um eine weitere Auswirkung der globalen, durch den KI-Boom angeheizten Speicher- und Halbleiterkrise handeln. Die Engpässe haben nicht nur unzählige Konsumgüter verteuert, die Konsolenpreise steigen lassen und Grafikkarten für viele PC-Bastler nahezu unerschwinglich gemacht. Sie zwingen die großen Speicherhersteller auch dazu, ihre Ressourcen in lukrativere Geschäftsbereiche umzuleiten.
Vor knapp einem Jahr zog bereits Micron, einer der weltweit drei größten Speicherhersteller, die Reißleine und kündigte das Aus für seine bekannte Consumer-Marke Crucial sowie den Rückzug aus dem Endkundenmarkt an.
Für Nintendo wächst damit der Druck weiter. Der Konzern zählt zu den letzten großen Verfechtern physischer Medien, steht nun aber vor der Wahl, die Spielepreise weiter anzuziehen oder den Abschied von den klassischen Cartridges einzuleiten. Erst im vergangenen Monat bekräftigte Nintendo, weiterhin an Disc- und Modul-Releases festhalten zu wollen – während Konkurrent Sony plant, die Disc-Produktion 2028 endgültig einzustellen.