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Zelda: Ocarina of Time: Warum das Remake laut Eiji Aonuma einen neuen Grafikstil brauchte
Eine sichere Schiene hätte die Fans emotional verfehlt: Der Produzent verteidigt die Puppenspiel-Optik der Switch-2-Neuauflage gegen anfängliche Skepsis.
Der Grafikstil des Remakes von The Legend of Zelda: Ocarina of Time unterscheidet sich deutlich vom Original.
Die Macher hatten bereits erklärt, dass traditionelle Puppenspiele als Inspiration dienten. Zugleich sollte man nach Ansicht von Serienproduzent Eiji Aonuma die Gelegenheit zu einer optischen Neuausrichtung ergreifen, sofern diese Sinn ergibt. Ein frischer Look hinterlasse bei den Spielern einen stärkeren Eindruck als ein risikoloser Kurs, mit dem ohnehin jeder gerechnet hätte.
Mutige Stilwechsel gehören seit jeher zur DNA von The Legend of Zelda: Bereits 2002 löste der Cartoon-Look von The Wind Waker hitzige Debatten aus, bevor er Kultstatus erreichte. Die Neuinterpretation von Ocarina of Time setzt diese Philosophie radikaler visueller Neuerfindungen fort.
"Ein spannender Punkt an Zelda ist doch, dass wir von einem Teil zum nächsten oft gewaltige stilistische Sprünge wagen", erklärt Aonuma im Gespräch mit Polygon. "Für uns geht es vor allem darum, den perfekten Ansatz zu finden – also das, was wirklich zum Spiel und unserer Vision passt. Wir ändern die Dinge natürlich nicht einfach nur um der Veränderung willen."
"Spiele, die direkt zusammenhängen, teilen gewisse Gemeinsamkeiten. Breath of the Wild und Tears of the Kingdom erzählen eine fortlaufende Geschichte, weshalb ein ähnlicher Grafikstil vollkommen einleuchtet. Fehlt diese Verbindung jedoch, suchen wir gezielt nach dem visuellen Ausdruck, der am besten zu den jeweiligen Ideen passt."
"Die Art Direction muss ein ganz eigenes Gefühl vermitteln", betont er. "Liefert man nur das Erwartbare, verschenkt man die Chance, die Spieler emotional wirklich zu erreichen."
Ähnlich überraschend reagiere das interne Entwicklerteam auf neue Grafikstile. Angesichts dessen und einer folgenden Eingewöhnungszeit könne er die anfängliche Skepsis der Community nachvollziehen.
"Wenn wir selbst einen neuen Stil zum allerersten Mal sehen, rutscht uns mitunter auch erst einmal ein spontanes 'Was?!' heraus", erläutert Aonuma. "Wir durchlaufen exakt dieselbe Phase. Zuerst kommt der Moment der Überraschung, dann gewöhnt man sich daran. Man schließt den Stil ins Herz und begreift, warum er die einzigartigen Vorzüge dieses Spiels optimal unterstreicht."
"Wenn wir den Spielern denselben Prozess ermöglichen, dient die Überraschung als hervorragender Startpunkt. Am Ende geht es immer um die ideale Passform – und bis man dieses Ziel erreicht, liegt manchmal ein weiter Weg vor einem."