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Stranger Than Heaven: RGG-Chef verteidigt Tupac-Auftritt und bestätigt Verbindung zu Yakuza
Das neue Projekt der Like-a-Dragon-Macher betritt ernstere Pfade: Wie Masayoshi Yokoyama die Epochen-Erzählung und den kontroversen Rap-Stargast begründet.
Das 2011 gegründete Ryu Ga Gotoku Studio ist Segas internes Entwicklerteam hinter der Yakuza-Reihe (Like a Dragon). Bekannt für dichte Kriminalgeschichten im fiktiven Viertel Kamurocho, wagt das Studio mit Stranger Than Heaven nun den historisch ambitioniertesten Sprung.
Das neue Projekt der Yakuza- und Like-a-Dragon-Macher spielt über mehrere Jahrzehnte im Japan des 20. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte von Makoto Daito, einem Mann mit japanisch-amerikanischer Herkunft, der in einer Gesellschaft nach seinem Platz sucht, die für Menschen wie ihn kaum vorgesehen ist. Im Gespräch mit IGN hat Studio-Chef Masayoshi Yokoyama nun deutlicher erklärt, wie eng das Spiel tatsächlich mit der bekannten Yakuza-Welt verbunden ist. Seine Antwort fällt klar aus: Stranger Than Heaven spielt in der Vergangenheit dieser Welt, ist aber keine klassische Vorgeschichte bekannter Figuren.
Stranger Than Heaven existiert aber nicht losgelöst von Yakuza und Like a Dragon. Es spielt ausdrücklich in der Vergangenheit jener fiktiven Welt, in der später Organisationen wie der Tojo-Clan entstehen. Eine klassische Vorgeschichte bekannter Figuren ist es trotzdem nicht, auch keine Origin-Story für Kiryu, Majima oder andere vertraute Namen. RGG interessiert sich hier eher für den Boden, aus dem diese Unterwelt wachsen konnte: gesellschaftliche Ausgrenzung, informelle Schutzräume, Ersatzfamilien und die Frage, warum Menschen Strukturen schaffen, die später zu kriminellen Organisationen werden. Die Antwort liegt für Yokoyama nicht zwingend im Verbrechen selbst, sondern in einem menschlicheren Bedürfnis: Zugehörigkeit, Schutz und ein Ort, an dem man nicht bloß geduldet wird..
Dieser Ansatz erklärt auch den ernsteren Ton des Spiels. Laut Yokoyama erzählt Stranger Than Heaven von einer Figur gemischter Herkunft, die in einer Welt lebt, die Außenseiter kaum akzeptiert. Makoto erlebt gerade zu Beginn harte Erfahrungen. Zwar soll es auch humorvolle und leichtfüßige Momente geben, doch der Schwerpunkt liegt stärker auf Drama, Identität und sozialem Ausschluss als auf dem bekannten Wechselspiel aus Gangsterpathos und absurden Nebenmissionen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Musik: Makoto singt in englischer Sprache, erhält dafür Anerkennung und findet über diesen Weg neue Kontakte.
Auch spielerisch will RGG Studio nicht bloß bekannte Systeme umetikettieren. Yokoyama sagt, das neue Kampfsystem sei von Beginn an für diese Geschichte und diese Figuren entwickelt worden. Wäre Stranger Than Heaven nur ein Spin-off der Hauptreihe, hätte man wohl stärker auf bewährte Mechaniken gesetzt. Stattdessen soll das Spiel anspruchsvoller ausfallen und die Spielerinnen und Spieler dazu bringen, sich wirklich in ein neues System einzuarbeiten. Yokoyama zeigt sich dabei wenig besorgt, dass der höhere Anspruch abschrecken könnte. Lernen, Üben und besser werden gehörten für ihn ausdrücklich zum Reiz.
Die Welt soll vertraut und trotzdem anders wirken. Das Spiel führt durch fünf verschiedene Epochen und fünf Städte. Laut Yokoyama variieren diese zwar in Größe und Aufbau, sollen aber ungefähr in der Größenordnung eines Kamurocho aus den bisherigen Spielen liegen. Entscheidend sei jedoch nicht bloß die Fläche, sondern die Dichte. Es gebe mehr begehbare Gebäude und mehr räumliche Tiefe. Gleichzeitig wolle RGG die Städte nicht mit Aktivitäten vollstopfen, die historisch keinen Sinn ergeben. Karaoke im Jahr 1915 wäre selbst für dieses Studio ein Schritt zu weit. Stattdessen sollen die Orte stärker aus ihrer jeweiligen Zeit heraus funktionieren.
Natürlich kommt das Interview auch auf den prominenten Cast zu sprechen. Neben Snoop Dogg ist unter anderem die Rap-Legende Tupac Shakur im Spiel vertreten. Eine Entscheidung, die seit der Enthüllung für deutliche Diskussionen sorgt, weil der Rapper 1996 starb und viele Fans seinen Auftritt al