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Protest gegen Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam – viele Festnahmen
Hunderte dringen auf die Baustelle eines Microsoft-Rechenzentrums in Amsterdam vor, die Polizei nimmt bis zu 200 Menschen fest. Was trieb die beiden Gruppen an?
Rechenzentrum-Idylle aus einem Image-Film von Microsoft.
Hunderte Demonstranten sind in Amsterdam auf die Baustelle eines Microsoft-Rechenzentrums vorgedrungen, um gegen das Projekt zu protestieren. 150 bis 200 Demonstranten seien wegen Hausfriedensbruch festgenommen worden, teilte die Polizei in der niederländischen Hauptstadt mit. Bei einigen sei mutmaßlich von der Baustelle gestohlenes Material sichergestellt worden, andere sollen dort Sachbeschädigungen begangen haben. Alle Festgenommenen sollen verhört werden, so die Polizei.
Am Baugelände hätten sich Demonstranten zweier unterschiedlicher Gruppierungen versammelt, berichtete der Sender NOS. Während die Klimaschutz- und Bürgerbewegung Fossielvrij NL vor der Baustelle demonstrieren wollte, weil Rechenzentren enorme Mengen Energie verschlingen, hätten Aktivisten der Gruppierung Geef Tegengas versucht, mit Werkzeug Zäune aufzubrechen, um auf die Baustelle selbst zu gelangen. Die Gruppierung geht mit Blockaden von Infrastruktur, Häfen oder Baustellen gegen fossile Energien, Kapitalismus, Aufrüstung oder große Tech-Projekte vor.
Wie die Polizei auf Facebook mitteilte, habe sie die Demonstranten zunächst aufgefordert, ihr Werkzeug abzugeben und ihnen dann den Weg zum Ort der Kundgebung freigegeben. Dennoch hätten die Demonstranten sich danach gewaltsam Zugang zur Baustelle verschafft. Bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstranten setzte die Bereitschaftspolizei auch Schlagstöcke ein, wie auf NOS-Fernsehbildern zu sehen war.
Wie die Gruppierung Geef Tegengas in einem Aufruf mitteilte, habe es sich bei der Besetzung der Microsoft-Baustelle in Amsterdam um einen ersten Massenprotest gegen große Rechenzentren in Europa gehandelt. Microsoft teilte der NOS mit, dass man über die eskalierte Demonstration informiert sei. „Wir verstehen, dass dieses Projekt viele Emotionen weckt, und respektieren das Recht der Menschen, ihre Meinung friedlich zu äußern. Wir billigen jedoch keine Handlungen, die gegen das Gesetz verstoßen oder die Sicherheit von Menschen gefährden“, hieß es.
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