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Nvidia-CEO Jensen Huang: US-Regierung vermutet Affäre mit chinesischer Spionin
Ein US-Geheimdienstmemo soll Jensen Huang laut FT eine romantische Beziehung zu Alice Huang, einer früheren Führungskraft des Nvidia-Kunden Megaspeed, zuschreiben. US-Behörden hielten sie laut Medienberichten für eine Informantin Pekings. Beweise dafür sind nicht öffentlich; Nvidia spricht von normalen Geschäftskontakten.
Ein US-Regierungsmemo behauptet, Nvidia-Chef Jensen Huang habe eine romantische Beziehung mit Alice Huang geführt, einer Führungskraft beim Nvidia-Kunden Megaspeed. Das gehe aus Informationen amerikanischer Geheimdienste hervor, berichten Personen, die mit dem Memo vertraut sind. Die US-Geheimdienstgemeinschaft glaube außerdem, Alice Huang sei vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit, Chinas wichtigstem Auslandsgeheimdienst, angeworben worden. Das Memo enthält damit schwerwiegende Vorwürfe gegen die Megaspeed-Managerin und wirft zugleich Fragen dazu auf, ob ihre Nähe zu Huang ihr Zugang zu Informationen über Nvidia verschafft haben könnte.
Das Memo sei Anfang des Jahres erstellt und kurz vor Trumps Reise nach Peking mit einem kleinen Kreis ranghoher Regierungsvertreter in den USA geteilt worden, berichtet die Financial Times. Trump traf dort den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu einem Gipfel. Das Weiße Haus und die CIA lehnten eine Stellungnahme zum Memo ab. Nvidia erklärte, es kommentiere weder das Dokument noch die Behauptung einer intimen Beziehung.
Fotos und Videos, die Huang gemeinsam mit Alice Huang zeigen, seien in sozialen Medien verbreitet worden. Das Unternehmen hatte zuvor darauf verwiesen, dass Huang jedes Jahr Tausende Führungskräfte von Kunden treffe. Alice Huang war gegenüber der FT nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Megaspeed steht unter US-Beobachtung, weil das Unternehmen verdächtigt wird, fortgeschrittene Nvidia-Chips entgegen den Exportkontrollen nach China geschleust zu haben. Nvidia hatte die Vorwürfe intern untersucht und nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Fehlverhalten gefunden.
Megaspeed ist ein in Singapur ansässiger Anbieter von Cloud- und Rechenzentrumsdiensten. Das Unternehmen kauft Server und Nvidia-Beschleuniger und vermietet Rechenleistung an Kunden, die eigene KI-Systeme betreiben wollen. Es entstand 2023 aus dem Auslandsgeschäft des chinesischen Spiele- und Cloud-Unternehmens 7Road.
Die vermutete Spionin Alice Huang war zunächst als Geschäftsführerin eingetragen und bezeichnete sich auch als CEO; später verließ sie das Unternehmen. Der New York Times zufolge kaufte Megaspeed innerhalb von etwa sechs Monaten Nvidia-Technologie im Wert von rund zwei Milliarden Dollar. Das Unternehmen bestreitet, Chips illegal nach China umgeleitet zu haben.
In Singapur stieg der nach Rechnungsadresse erfasste Umsatz von Nvidia von 2,3 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2023 auf 6,8 Milliarden 2024 und 23,7 Milliarden 2025. Nvidia betont, dass die Rechnungsadresse nicht den späteren Liefer- oder Einsatzort belegt; Singapurs Regierung erklärte, physische Lieferungen in den Stadtstaat hätten in einem Quartal 2024 weniger als ein Prozent des Nvidia-Umsatzes ausgemacht.
In Malaysia standen in der Vergangenheit Lieferaufzeichnungen im Fokus: Der New York Times zufolge gingen Nvidia-Chips an Anlagen in Malaysia, die mit Megaspeeds Tochter Speedmatrix verbunden sein sollen. Beobachter vermuten, dass Teile der Rechenleistung oder Hardware letztlich chinesischen Kunden zugutekommen könnten – etwa durch Weiterverkauf oder Fernzugriff. Das ist ein Verdacht, kein öffentlich belegter Nachweis einer illegalen Umleitung; Nvidia sagt, es habe die Installationen geprüft.