// EUROGAMER.DE — GAMING
Exo Rally Championship im Test: Ein staubtrockener Traum für Science-Fiction-Geeks
Die Zeitrennen auf fremden Planeten sind stimmungsvoll und physikalisch überzeugend – aber auch so nüchtern wie ein Sachbuch über Mondgestein.
Das Spiel stammt von Jay Weston und Rhys Lindsay, die beide schon für Exo One verantwortlich zeichnen und die Idee der Reise über ferne Planeten jetzt auf ein Rennspiel übertragen haben. Mit vereinfachter, aber glaubwürdiger Physik geht man auf verschiedenen Himmelskörpern in Wettläufen gegen die Zeit an den Start. Erhältlich ist das Spiel seit 7. Juni für 24,50 Euro auf Steam.
Und so schließt sich mal wieder ein Kreis, der vor vielen Jahren seinen Anfang nahm. Denn wie ich gerade festgestellt habe, war der Entwickler von Exo Rally Championship einst an Powerslide und als Game-Designer gar an Dirt Track Racing beteiligt – zwei Rennspiele, die ich geliebt habe. Ganz ähnlich wie ich jetzt Exo Rally Championship ins Herz geschlossen habe.
Seid aber... naja... „gewarnt“: Die Wenigsten von euch werden diesen Rallye-Racer auf ähnlich starke Art zu schätzen wissen. Man muss schon ein Faible für die stille und irgendwie leere Weite des fernen Alls haben, um hier so richtig reinzukippen. Weder auf dem staubigen Dhool noch in den salzigen Ebenen von Tensei, zwischen den Lavabächen auf Fusang oder der durch Terraforming erzeugten Neuen Erde ist ja viel los. Auch auf dem Mond (ja, DEM Mond) sind Gesteinsbrocken und tiefe Krater das Höchste der touristischen Gefühle.
Aber wie herrlich ist es denn gerade auf dem Erdbegleiter, ein an den Mars-Rover erinnerndes Fahrzeug bei niedriger Schwerkraft in Balance zu halten, während sich dicke Reifen auf der Suche nach Grip in das Geröll des Trabanten graben. Die fehlende Atmosphäre packt alle Geräusche in einen dumpfen Wattebausch und die niedrige Schwerkraft sorgt dafür, dass man wie in Zeitlupe über die grauen Krater „schwebt“.
Mitunter dürft ihr das mit dem Schweben sogar buchstäblich verstehen, denn man ist zwar auf irgendwie erschlossenen Planeten unterwegs, begradigte Strecken oder gar geteerte Straßen sucht man dort aber vergebens. Und so geht es über Stock und Stein sowie so manchen Hügel, was nicht nur auf dem Mond mit seiner niedrigen Schwerkraft dafür sorgt, dass der Wagen schon mal länger in der Luft steht. Damit er anschließend keine Bruchlandung hinlegt, müsst ihr ihn mithilfe kleiner Schubdüsen deshalb ausbalancieren. Oder ihr drückt ihn per Umkehrschub auf den Boden, um zumindest kleine Hüpfer zu verhindern. Mit dieser Technik dreht er sich außerdem schneller durch viele Kurven.
Klingt komplex? Ist es gar nicht – aber auf angenehme Art anspruchsvoll. Es ist simulativ, ohne eine echte Simulation zu sein. Genau wie Dirt Track Racing eben, für das Jay Weston ebenfalls ein Spielgefühl erschuf, das sich physikalisch glaubwürdig anfühlte, aber leicht beherrschen ließ. Während mich damals das Rundendrehen auf Sand und Schlamm begeisterte, fasziniert mich diesmal das Gefühl, irgendwo im All in einer unwirtlichen Umgebung unterwegs zu sein. Nur eben nicht so unwirtlich, dass man zum Vorankommen einen Doktortitel braucht.
Ich will gar nicht so tun, als wäre das hier ein großes Rennspiel. Die fünf Umgebungen sind trotz markanter Unterschiede recht kahle Angelegenheiten und ganz so griffig wie in anderen Rallye-Titeln fühlt sich das Fahren nicht an. Es handelt sich eher um dieses gleichförmige Rutschen, dass sich vereinfachte Offroad-Racer recht oft zu eigen machen – was auch einer der Gründe ist, aus dem man hin und wieder auf kaum vorhersehbare Art in ein Hindernis rast. Gut, dass man den so vermasselten Abschnitt wiederholen darf, falls man den Schwierigkeitsgrad nicht ganz nach oben geschraubt hat.
Immerhin fährt man auch hier in mehreren Etappen, bevor man den Wagen für eine Reparatur parkt, um anschließend mit frischem Material den Rest der Rallye zu bestreiten. Man könnte das Fahrzeug zwar jederzeit unterwegs reparieren, nur werden dafür wertvolle Sekunden abgezogen. Ich schleppe mich deshalb lieber mit kaputter Federung, zerschossener Brem