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Gesünderes Salz könnte jedes Jahr drei Millionen Todesfälle verhindern
Zu viel Kochsalz erhöht den Blutdruck und damit das Risiko für Herz- und Nierenerkrankungen. Eine weltweite Umstellung auf kaliumangereichertes Salz könnte laut einer neuen Modellrechnung jährlich 2,96 Millionen Todesfälle und 10,17 Millionen neue Erkrankungen verhindern. Dafür müsste allerdings nicht nur das Salz in privaten Küchen, sondern auch das in verarbeiteten Lebensmitteln und Restaurants ersetzt werden.
Sydney (Australien). Speisesalz besteht überwiegend aus Natriumchlorid und wird häufig in größeren Mengen aufgenommen, als für eine gesunde Ernährung empfohlen wird. Ein dauerhaft hoher Natriumkonsum kann den Blutdruck erhöhen, wodurch das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenschäden steigt. Gleichzeitig nehmen viele Menschen zu wenig Kalium auf, das zur Regulierung des Blutdrucks beiträgt.
Eine mögliche Lösung ist ein Salzersatz, bei dem ein Teil des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid ersetzt wird. Geschmack und Verwendung ähneln gewöhnlichem Kochsalz, während der Körper weniger Natrium und mehr Kalium erhält. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine solche Alternative für geeignete Erwachsene, wobei bei erhöhtem Kaliumrisiko besondere Vorsicht nötig ist.
Forscher der University of New South Wales (UNSW) um Dr. Liping Huang haben nun die möglichen gesundheitlichen Folgen eines Salzersatzes für 193 Länder und Territorien berechnet. Dafür kombinierten sie internationale Daten zu Ernährung, Blutdruck sowie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen in einem Modell zur vergleichenden Risikobewertung. Die Rechnung umfasst Erwachsene ab 25 Jahren und berücksichtigt Unterschiede zwischen Ländern, Altersgruppen und Geschlechtern.
Im umfassendsten Szenario wurde sämtliches herkömmliches Speisesalz durch eine Mischung aus 75 Prozent Natriumchlorid und 25 Prozent Kaliumchlorid ersetzt. Auf dieser Grundlage könnten jährlich 2,96 Millionen Todesfälle verhindert werden, bei einem 95-Prozent-Unsicherheitsintervall von 2,81 bis 3,12 Millionen. Zudem ergab das Modell 10,17 Millionen potenziell vermiedene Neuerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Nieren.
Besonders große absolute Effekte ergaben sich für China mit rund 1,08 Millionen und Indien mit knapp 400.000 potenziell vermiedenen Todesfällen jährlich. In 133 der 193 betrachteten Länder könnte die Umstellung mindestens zehn Prozent der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern. Diese Werte sind Modellprognosen und keine bereits nachgewiesenen Erfolge einer weltweiten Ernährungsumstellung.
„Ein zu hoher Natriumkonsum und eine zu geringe Kaliumaufnahme sind erwiesene Ursachen für Bluthochdruck, einen wichtigen Risikofaktor für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Nierenerkrankungen. Der Umstieg auf kaliumangereichertes Salz geht beide Ernährungsprobleme gleichzeitig an und bringt erhebliche gesundheitliche Vorteile“, erklärt Prof. Bruce Neal vom George Institute for Global Health.
Ein ausschließliches Ersetzen von Salz bei der Zubereitung zu Hause könnte dem Modell zufolge bereits rund 1,85 Millionen Todesfälle verhindern. Würde nur das Salz in Fertigprodukten und Restaurantgerichten ausgetauscht, wären es rund 1,56 Millionen. Die Werte lassen sich nicht einfach addieren, weil die Szenarien unterschiedliche Veränderungen der gesamten Salzaufnahme und ihrer gesundheitlichen Folgen abbilden.
Die Ergebnisse hängen davon ab, aus welchen Lebensmitteln die Menschen in einem Land den größten Teil ihres Salzes beziehen. Gerade in wohlhabenderen Ländern dürfte eine Umstellung deshalb mehr als eine Entscheidung einzelner Verbraucher sein. Eine vollständige Ersetzung würde darüber hinaus deutlich mehr Kaliumchlorid erfordern und technische sowie wirtschaftliche Hürden mit sich bringen.
„Um die größtmöglichen Vorteile des Umstiegs auf kaliumangereichertes Salz zu erzielen, muss die Lebensmittelindustrie in Europa und Nordamerika mitziehen, wo über 70 Prozent der Salzaufnahme auf verarbeitete Lebensmittel und Restau