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Crazy Taxi: World Tour – Nach KI-Wirbel stellt Serienschöpfer klar, wie die Technik genutzt wird
Nach Sorgen um künstliche Intelligenz bei Sega erklärt Kenji Kanno auf dem Summer Game Fest den tatsächlichen Einsatz von KI als reine Design-Referenz.
Die Enthüllung von Crazy Taxi: World Tour während des Xbox Games Showcase war ein echtes Highlight. Endlich konntet ihr einen Blick auf die moderne Inkarnation der klassischen Reihe werfen. Die Vorfreude bekam jedoch schnell einen Dämpfer. Die Steam-Seite des Spiels enthüllte nämlich, dass Sega bei der Entwicklung auf generative KI zurückgegriffen hat.
Diese Angabe blieb zunächst recht vage. Sie stellte lediglich klar, dass keine KI die Leistung echter Schauspieler ersetzte. Im Anschluss an diese Nachricht verriet Sega gegenüber Game Informer, dass KI "während der Entwicklung von Hintergrund-Assets" zum Einsatz kam. Auf dem Summer Game Fest nannte Serien-Schöpfer Kenji Kanno jedoch weitere Details.
Kotaku nahm am SGF-Folge-Event Play Days an einer Präsentation zu World Tour teil. Wie die Seite berichtet, erklärte Kanno dort über einen Übersetzer: "Wir haben sie als Referenz genutzt."
"Unsere Artists riefen also einige ihrer Ideen auf und ließen sie generieren. Dann sahen sie sich dieses generierte Bild an und zeichneten das eigentliche Objekt", fügte er hinzu. "Es gibt also echte Schöpfer. Von der Programmierung bis hin zu den Assets stammt alles von einem echten Menschen. Die KI dient ihnen nur als Vorlage zum Anschauen. Danach haben sie die tatsächlichen Dinge erschaffen, die am Ende im Spiel landen."
Die 1999 in der Spielhalle und auf der Sega Dreamcast gestartete Rennspiel-Reihe ist berühmt für ihr rasantes Gameplay und den ikonischen Punk-Rock-Soundtrack. World Tour markiert das erste große Core-Comeback der Marke seit vielen Jahren.
Man fragte Kanno auch, ob dem Team der potenzielle Gegenwind bewusst sei. Schließlich sorgten ähnliche Ankündigungen in der Vergangenheit bereits für ordentlich Aufruhr. Er sollte zudem erklären, ob das Team den Nutzen der KI gegen die zu erwartenden negativen Reaktionen abgewogen habe.
"Für uns beschränkt sich der Einsatz generativer KI auf das, was ich vorhin erwähnt habe", erklärte Kanno. "Einfach nur für Ideen und als Referenz. In Zukunft wird generative KI wahrscheinlich ein noch größeres Thema werden. Ich denke aber, das ist alles, was ich derzeit über unsere KI-Nutzung in diesem Spiel sagen kann."
Der Einsatz von generativer KI in künstlerischen Medien, einschließlich Videospielen, bleibt weiterhin umstritten. Erst letzte Woche reagierte Tomb Raider: Legacy of Atlantis-Entwickler Crystal Dynamics auf Kritik an seiner KI-Nutzung. Das Studio betonte dabei: "Unser Ziel ist es, die Kreativität und Flexibilität unserer Entwickler zu stärken. Nur so können wir Spielern überall auf der Welt die hochwertigsten Erlebnisse liefern." Das geschah nur wenige Wochen, nachdem der Director von The Blood of Dawnwalker sich ebenfalls zum Thema geäußert hatte. Zwar nutze sein Studio für das Spiel keine KI, er meinte aber dennoch, dass "Unternehmen KI nutzen sollten".
Kenji Kanno ist der geistige Vater von Crazy Taxi. Er fungierte beim wegweisenden Originalspiel als Director. Dass er bei World Tour die kreative Leitung innehat, gilt unter Fans als Garant für die spielerische Treue zur klassischen Arcade-Formel.