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Amazon Ember Artline Fire TV 65 Zoll: Bilderrahmen-TV mit Fire TV, aber mit Kompromissen
Lifestyle-TVs sind mittlerweile kein reines Samsung-The-Frame-Thema mehr. Hisense, TCL und jetzt auch Amazon wollen den Fernseher im Wohnzimmer nicht mehr nur als schwarze Glasfläche verkaufen, sondern als etwas, das an der Wand auch dann halbwegs gut aussieht, wenn gerade nichts läuft. Genau in diese Ecke gehört der Amazon Ember Artline mit Fire TV.
Taugt das Ding als Art-TV wirklich, und wie groß sind die Abstriche, wenn man damit einfach normal Filme, Serien oder Sport schauen möchte?
Der Ember Artline ist klar für die Wand gedacht. Amazon legt eine Wandhalterung bei, dazu kommt ein magnetischer Rahmen. Einen Standfuß gibt es nicht standardmäßig im Karton. Das sollte man wissen, denn wer den 65-Zöller einfach auf ein Lowboard stellen möchte, muss zusätzlich planen.
Optisch macht Amazon einiges richtig. Der Rahmen ist nicht nur Deko auf Produktbildern, sondern Teil des Konzepts. Es gibt mehrere Farben und Oberflächen, unter anderem Holzoptiken und neutralere Varianten. Laut Amazon stehen zehn Rahmenoptionen zur Wahl, der Rahmen selbst kommt beim Kauf dazu, weitere Rahmen kosten extra. Das ist gegenüber Samsung The Frame ein Pluspunkt, denn dort können Zusatzrahmen schnell unangenehm teuer werden.
Der 65-Zöller ist allerdings kein Leichtgewicht. Amazon nennt für den 65-Zöller knapp 26 Kilogramm. Das ist nicht dramatisch, aber auch nichts, was man mal eben entspannt alleine an die Wand hält. Die Montage selbst ist eine Sache, die sauber ausgeführt, aber einfach zu erledigen ist, wenn man zu zweit ist und keine zwei linken Hände sein Eigen nennt.
Ihr hängt zuerst die Wandhalterung an die Wand der Wahl. Diese natürlich gerade, als eine Wasserwaage nutzen. Danach wird an dieser Wandhalterung eine Schablone aufgehängt, mit der man noch vier Bohrungen an der Wand markiert. Dort kommen dann ein paar kleine, runde Eisenplatten an die Wand. An diesen hängt der TV dann zusätzlich magnetisch an den Ecken plan an der Wand. Das sieht wirklich gut aus und vor allem die Spaltmaße des magnetischen Rahmens begeistern mich etwas.
Unter der Haube steckt ein 4K-QLED-Display mit 3.840 x 2.160 Pixeln. Amazon nennt HDR10, HLG, HDR10+ Adaptive und Dolby Vision. Das liest sich erst einmal ordentlich, gerade weil viele Fernseher entweder Dolby Vision oder HDR10+ stärker betonen. Dazu kommen Wi-Fi 6, Ethernet, drei HDMI-2.0-Anschlüsse und ein HDMI-2.1-Port mit eARC. Der Ton läuft über 2 x 10 Watt, unterstützt wird Dolby Digital Plus.
Der entscheidende Punkt ist für mich, dass das Panel mit 60 Hz läuft. Für Filme, Serien, Nachrichten und normales Streaming reicht das. Wer aber eine PlayStation 5, Xbox Series X oder einen Gaming-PC ernsthaft ausnutzen möchte, bekommt hier keinen 120-Hz- oder 144-Hz-Fernseher. Amazon bewirbt zwar Gaming allgemein, aber technisch ist das eher „geht auch“ als „dafür kauft man ihn“.
Der Artline ist auch kein Mini-LED und kein OLED. Das Bild ist gut, aber nicht mit einem OLED zu vergleichen, vor allem in puncto Schwarz. Die matte Oberfläche des Panels sorgt zudem dafür, dass die Farben bzw. das Schwarz etwas gedämpft sind. In Summe ist das für einen Lifestyle-TV ordentlich, für einen klassischen Bildqualitätskauf aber nicht die erste Wahl. Die HDR-Qualität ist auch nicht auf dem Level von „reinen“ Fernsehern.
Die eigentliche Stärke ist der Art-Modus. Amazon legt über 2.000 Kunstwerke ohne Zusatzabo bei, dazu kommen laut Amazon 60 exklusive Bewegtkunstwerke. Das ist genau der Punkt, an dem der Ember Artline sympathisch wird. Ihr kauft nicht nur einen Fernseher und bekommt danach direkt das nächste Abo vor die Nase gehalten.