// COMPUTERBASE — HARDWARE & GADGET
Capcom: Neun von zehn Verkäufen kommen aus dem Archiv
Capcom wächst kräftig, doch nicht nur neue Spiele treiben das Geschäft. Von 23,81 Millionen verkauften Einheiten entfielen 21,26 Millionen auf bereits zuvor erschienene Titel. Gleichzeitig gelang mit Pragmata der erfolgreiche Start einer neuen Marke.
Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni 2026 verkaufte Capcom nach eigenen Angaben 23,81 Millionen Spiele. Davon entfielen 21,26 Millionen auf sogenannte Katalogtitel, also Spiele, die bereits vor dem betrachteten Quartal erschienen waren. Rechnerisch kamen damit rund 89 Prozent aller Verkäufe aus dem vorhandenen Portfolio.
Im Vorjahresquartal hatte Capcom 13,36 Millionen ältere Spiele verkauft. Innerhalb eines Jahres legten die Katalogverkäufe damit um rund 59 Prozent zu. Capcom führt den Zuwachs auf Preisaktionen, zusätzliche Plattformen und die fortlaufende Vermarktung bekannter Marken zurück.
Zu den wichtigsten Dauerläufern zählt Resident Evil Requiem. Das im Februar 2026 erschienene Spiel überschritt inzwischen die Marke von acht Millionen verkauften Exemplaren. Auch Resident Evil 4 und Resident Evil 2 verkauften sich weiter. Frühere Monster-Hunter-Spiele profitierten laut Capcom zudem von der Ankündigung der für 2027 geplanten Erweiterung Monster Hunter Wilds: Ascendance.
Besonders langlebig zeigt sich Devil May Cry 5. Das 2019 veröffentlichte Actionspiel kommt inzwischen auf mehr als 14 Millionen Verkäufe. Capcom nennt die Veröffentlichung auf zusätzlicher Hardware, Preisaktionen und neue animierte Inhalte als Wachstumstreiber.
Im Juni erschien mit der Devil May Cry 5 Devil Hunter Edition eine weitere Fassung für die Nintendo Switch 2. Die Netflix-Serie zur Marke soll ebenfalls dazu beigetragen haben, die Bekanntheit des Spiels erneut zu erhöhen. Capcom verfolgt damit eine Strategie, bei der Spiele, Serien, Filme, Merchandise und neue Plattformversionen gemeinsam den Wert einer Marke steigern sollen.
Dass Capcom nicht ausschließlich vom Archiv lebt, zeigt Pragmata. Die neue Science-Fiction-Marke erschien im April für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC und Nintendo Switch 2. Bis Ende Juni wurden weltweit mehr als 2,5 Millionen Exemplare verkauft.
Capcom bezeichnet die Verkaufsentwicklung als positiv und führt sie unter anderem auf eine breite Werbekampagne zurück. Für eine komplett neue Marke ohne langjährige Fanbasis ist der Start bemerkenswert. Pragmata stellt damit einen Gegenpol zu den starken Katalogverkäufen dar: Capcom verdient weiterhin vor allem an etablierten Reihen, kann aber zugleich neue Marken am Markt platzieren.
Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 54,7 Prozent auf umgerechnet rund 378 Millionen Euro. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von rund 157 Millionen Euro, 69,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Besonders profitabel war die Sparte Digital Contents mit Spielen und digitalen Inhalten. Sie erwirtschaftete umgerechnet etwa 202 Millionen Euro Gewinn. Die hohe Bedeutung älterer Spiele dürfte dazu beitragen haben. Entwicklungskosten sind bei bereits veröffentlichten Titeln weitgehend angefallen, während zusätzliche digitale Verkäufe vergleichsweise geringe Kosten verursachen.