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Michael Jackson wollte Marvel kaufen, nur um selbst Spider-Man zu spielen
Bevor Tom Holland in Spider-Man: Brand New Day erneut in seine ikonische Rolle schlüpft, blicken wir auf einen absurden Plan aus den 90ern: Damals griff der King of Pop nach den Marvel-Rechten.
Am 29. Juli kehrt Tom Holland in Spider-Man: Brand New Day als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf die große Leinwand zurück. Vor ihm verkörperten unter anderem Tobey Maguire und Andrew Garfield den gutherzigen Peter Parker auf der großen Leinwand. Die wahrscheinlich berühmteste Person, die Spider-Man spielen wollte, bekam diese Gelegenheit jedoch nie: Michael Jackson.
Das ist keine Urban Legend, sondern wurde von unterschiedlichen Personen bestätigt – darunter auch Stan Lee. Michael Jackson wollte unbedingt Spider-Man spielen und klopfte deshalb bei Lee an, um sich die Filmrechte an der Figur zu sichern. Lee musste den Popstar enttäuschen: Selbst er, der Mitbegründer von Marvel, konnte hier nichts ausrichten.
Die Rechte lagen beim Verlag selbst und steckten überdies in einem undurchdringlichen Dickicht alter Lizenzverträge fest. Jacksons Reaktion war seinem damaligen Ruhm angemessen: Wenn man eine Marke nicht bekommt, kauft man eben das gesamte Unternehmen. Die Idee, Marvel gleich komplett zu übernehmen, war geboren.
Stan Lee war Ende der 1990er-Jahre zwar noch immer das berühmteste Gesicht von Marvel, innerhalb des Unternehmens hatte er jedoch kaum noch Einfluss. Er repräsentierte den Verlag nach außen, während andere über Rechte, Filme und die Zukunft des Konzerns entschieden. Lee war zur Galionsfigur geworden, böser formuliert: zu Marvels prominentestem Maskottchen.
Gerüchte hielten sich wacker, dass Stan Lee in Michael Jackson weit mehr sah als bloß einen weltfremden Superstar mit Spidey-Komplex. Ein erfolgreicher Deal hätte Lee womöglich die Rückfahrkarte an die Marvel-Machtspitze beschert. Zwar bleibt dies reine Spekulation, ein gewisser Pragmatismus lässt sich der Idee jedoch nicht absprechen: Jackson brachte Geld, Aufmerksamkeit und gewaltiges Gewicht in der Unterhaltungsindustrie mit. Ein Partner dieses Kalibers hätte Lee am Verhandlungstisch eine deutlich bessere Ausgangslage verschafft.
Die Marvel-Ikone erinnerte sich später daran, dass Jackson ihn zu Hause besucht und immer wieder nach Spider-Man gefragt habe. Der King of Pop wusste, dass man ihm die Rolle nicht freiwillig anbieten würde und sah den Kauf von Marvel als die einzige Möglichkeit, die geliebte Figur spielen zu dürfen.
Marvels Riesenwachstum Anfang der 90er erwies sich übrigens als reine Seifenblase. Der Markt wurde durch künstlich verknappte Sammlerausgaben und Spezialcover aufgepumpt, bis das System kollabierte. Massive Schulden und ein strauchelndes Nebengeschäft mit Sammelkarten besiegelten den Absturz. Ende 1996 meldete der Verlag Insolvenz an. Nach Schlammschlachten hinter den Kulissen kam es 1998 zur Notfusion mit Toy Biz. Marvel besaß zwar ein gigantisches Figuren-Portfolio, war wirtschaftlich jedoch ein echter Sanierungsfall.
Und während Jackson und Lee über Spider-Man sprachen, waren die Filmrechte der Figur längst ein einziger juristischer Albtraum. Marvel hatte sie 1985 an Cannon Films veräußert. Nach deren finanziellem Kollaps wanderten die Lizenzen quer durch Hollywood und landeten unter anderem bei Carolco und später MGM. Das Resultat war ein bizarres Vertragschaos. Fristen liefen ab, Firmen gingen pleite und Rechtepakete wurden gnadenlos zerstückelt. Am Ende stritten sich etliche Studios um die Frage, wem der Wandkrabbler überhaupt noch gehörte. Selbst James Cameron biss sich daran die Zähne aus. Er tüftelte zeitweise an einer Verfilmung, blieb aber unweigerlich in eben diesem juristischen Netz hängen.
Warum Jackson ausgerechnet Spider-Man sein wollte, hat er nie erklärt. Die Parallele zu Peter Pan liegt dennoch nahe. Jackson verehrte die Figur, taufte seine Ranch Neverland und inszenierte sich zeitlebens als ewiger Jüngling. Peter Parker bot ein ähnliches Ideal: kein unnahbarer Übermensch, sondern ein verletzlicher Außenseiter