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CSU-Landesgruppe: Eine Klausurtagung im Schatten von Berlin
Während Personaldebatten in Berlin für Unruhe sorgen, präsentiert sich die CSU bei ihrer Klausur in Kloster Banz als "Stabilitätsanker" der Union und stärkt demonstrativ Merz den Rücken.
In der oberfränkischen Idylle von Kloster Banz hat sich die CSU-Landesgruppe im Bundestag zur zweitägigen Klausur getroffen. Die Kulisse ist stattlich und sollte zeigen, wie perfekt die CSU die Kombination aus Tradition und Innovation beherrscht.
Denn die Themen, über die man hier sprechen wollte, waren Raumfahrt, Robotik, Künstliche Intelligenz und Verteidigungstechnologie. Dafür hatte man illustre Gäste eingeladen wie den Astronauten Alexander Gerst oder die ungarische Außenministerin Anita Orban.
Doch dann ging es um etwas ganz anderes. Die Personaldebatte der Bundesregierung legt einen großen thematischen Schatten auf das sommerliche Kloster-Idyll der CSU.
Der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann führt nach dem Rücktritt von Jens Spahn kommissarisch die Geschäfte der Unionsfraktion. Alexander Dobrindt, der CSU-Bundesinnenminister, wurde sogar kurzfristig als möglicher neuer Fraktionschef gehandelt. Es läuft für die CSU gerade in der Union.
Hoffmann und auch Söder nutzen ihre öffentlichen Auftritte hier im nördlichen Bayern, um ihre Partei - wann immer es geht - als "Stabilitätsanker" der Union zu bezeichnen.
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Nichts soll mehr an die Zeit erinnern, als die kleine bayerische Schwester sich rebellisch gegen die CDU auflehnte. Jetzt ist die Zeit der Unterstützung. Der Kanzler in Berlin ist in schweres Fahrwasser geraten, in der CDU rumort es laut, Mitglieder aus der Fraktion sprechen hinter den Kulissen von einem immensen Vertrauensbruch zwischen der Fraktion und dem Kanzler.
Und die CSU in Banz? Sie haut nicht mit rein in diese Kerbe, sondern stellt sich demonstrativ hinter Merz, stärkt ihm mit Hoffmann und Söder den Rücken. Der bayerische Ministerpräsident, der oft genug gezeigt hat, dass auch er gern Kanzler geworden wäre, spricht vor den Kameras von einer "Übergangsunruhe" in der Regierung, die sich schon wieder legen würde.
Söder hat hier in Banz die CSU-Abgeordneten aufgerufen, sich bei der Wahl von Torsten Frei als neuen Fraktionsvorsitzenden geschlossen zu zeigen. Mindestens 80 Prozent soll Frei schaffen, hört man. Revolte ist nicht das Motto der Stunde. Die Zeiten seien zu schwer.