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Wie Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt auf die Kabinettsumbildung schauen
Kanzler Merz wollte mit dem Personalumbau neuen Schwung erzeugen - CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt befürchten das Gegenteil. Besonders der Umgang mit Tino Sorge sorgt für Unmut. Zerstritten erscheinen will man aber nicht.
Beim Wittenberger Weinfest auf der Schlosswiese wurde Nico Elsner am vergangenen Wochenende mehrfach auf Berlin angesprochen. Besucher hätten ihm gesagt, sie seien von der Bundespolitik genervt, berichtet der CDU-Landtagskandidat im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT.
Nach Elsners Eindruck stört sie vor allem, dass der von der Union versprochene Politikwechsel ausbleibt: Es gehe zu langsam voran, zu wenig verändere sich.
Elsner bewegt sich selbst zwischen Landeswahlkampf und Berliner Regierungsbetrieb. Der Wittenberger führt die Junge Union Sachsen-Anhalt, arbeitet seit mehr als sechs Jahren im Bundeskanzleramt und kandidiert im Wahlkreis Wittenberg und Zahna-Elster, den zuvor viele Jahre Ex-Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Landtag vertreten hat.
Sein Urteil über den Personalumbau von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fällt deutlich aus. Er sei "grottenschlecht umgesetzt". Für den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt nütze er "überhaupt nichts".
Kommentar
27.07.2026
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Auch Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze beklagt, dass die Bundespolitik den Landtagswahlkampf überlagere. An den Wahlkampfständen sei es "schwer oder unmöglich", noch über landespolitische Fragen zu sprechen, sagte Schulze im Deutschlandfunk. Die Personaldebatten müssten nun endgültig beendet werden. Einen offenen Konflikt mit Merz vermeidet Schulze jedoch. Den Ablauf der Umbildung bezeichnete er als "sehr unglücklich".
Marco Tullner, früherer Landesminister und stellvertretender CDU-Landesvorsitzender, bestätigt Schulzes Einschätzung. Im Wahlkampf gehe es derzeit "fast nur um Bundespolitik". Als jüngstes Beispiel nennt er den ungeordneten Ablauf beim Wechsel im Verkehrsministerium. Von einem professionellen und überlegten Verfahren habe er in den vergangenen Tagen wenig erkannt. Die Umbildung habe mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.
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