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Verschlüsselt, aber falsch: Gruppenchats anfällig für manipulierte Inhalte
Alle Mitglieder eines Gruppenchats sollten dieselben Inhalte sehen. Die üblichen Chat-Dienste stellen das nicht sicher. Das ist riskant.
Nur wenn alle Gruppenteilnehmer den Chatverlauf detailliert vergleichen, haben sie eine Chance die, Manipulation zu erkennen.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Gruppenchats der großen Messaging-Dienste Whatsapp, iMessage, Signal und Threema sind zwar gut Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sodass Unbefugte nicht mitlesen können. Gegen Manipulation der angezeigten Inhalte in Gruppenchats sind sie aber nicht geschützt, wenn der Täter ein legitimes Gruppenmitglied ist oder das Gerät eines Mitglieds kontrolliert. Solchen Angreifern ist es möglich, Chatnachrichten zu senden, die die selbe Identifikationsnummer tragen, aber bei unterschiedlichen Empfängern unterschiedlichen Inhalt haben. Damit fällt die sogenannte transcript consistency: Die Chatteilnehmer haben plötzlich unterschiedliche Versionen des Chats und wissen das nicht.
Die falschen Mitteilungen können sogar in Zitaten anderer Chatteilnehmer erhalten bleiben, so dass ein Chatteilnehmer eine völlig falsche Vorstellung vom Chatverlauf haben kann. Beispiel: Die Chatrunde stimmt einem Vorschlag einhellig zu, doch ein Chatteilnehmer sieht Zustimmung zu einem völlig anderen Vorschlag. Oder: Ein böswilliges Gruppenmitglied schickt einen Hyperlink in die Runde, der zu einem lustigen Katzenbild führt. Nur einem Gruppenmitglied schickt der Täter einen Link, der Malwaredownload auslöst. Die Gruppe antwortet auf den lustigen Link mit Heiterkeit und Danksagung, was die Zielperson zum Klick auf den Link verleitet.
Oder: Die Einladung zu einem wichtigen Treffen ergeht für einen Teil der Teilnehmer für Montag, für andere, die der Angreifer lieber nicht dabeihaben möchte, für einen anderen Tag, nachdem bereits alle Beschlüsse gefasst sind. Oder: Den Moderatoren eines Chats werden stets lautere Inhalte gezeigt, während bestimmte Mitglieder mit unlauteren bedacht werden. Und so weiter und so fort.
Nutzt ein Teilnehmer unter dem selben Nutzerkonto mehrere Endgeräte für den Gruppenchat, können ihm unterschiedliche Inhalte auf unterschiedlichen Endgeräten zugemittelt werden (außer bei Threema, das dabei das Manko fehlender Forward Secrecy aufweist). Auch die Unterdrückung einer Nachricht je nach Endgerät ist bei den drei anderen Diensten möglich. Das alles funktioniert, ohne Bruch von Verschlüsselung, nicht nur für Textmitteilungen, sondern auch für Multimedia-Inhalte. Zudem lassen sich Abstimmungen auf verschiedene Art und Weise manipulieren.
Das hat eine österreichische Gruppe aus IT-Sicherheitsforschern um Gabriel Gegenhuber herausgefunden und Anfang Februar den vier Kommunikationsdiensten gemeldet. Obwohl Gruppenchats inzwischen auch für (kriegs)wichtige politische Entscheidungen auf oberster Ebene genutzt werden, plant keiner der vier Betreiber unmittelbare Maßnahmen um das Grundproblem auszumerzen.
Ende-zu-Ende-verschlüsselte Gruppenchats können auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Threema, iMessage und früher auch Signal setzen auf paarweise Kommunikation: Sendet ein Teilnehmer eine Nachricht an die Gruppe, schickt sein Client im Hintergrund tatsächlich jeweils eine Kopie der Nachricht an jeden anderen Teilnehmer. Je größer die Gruppe, desto effizienter ist das derzeit von Signal und Whatsapp eingesetzt Verfahren, bei dem nur eine Nachricht vom Client an den Server geht, der sie dann an die anderen Chatteilnehmer weiterleitet („server fan-out‟). Nur für die ursprüngliche Übermittlung der notwendigen Verschlüsselungsschlüssel kommuniziert der Absender direkt mit den anderen Kommunikationspartnern.
Die Forscher haben für die böswilligen Mitteilungen offizielle (Signal und Threema) respektive inoffizielle (Whatsapp, iMessage) Clients genutzt und durch Softwarepatches angepasst. Auf Empfängerseite kam die übliche Software der Messagingd