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Einkommen im Alter: Warum Ängste Aktiensparen verhindern
Angesichts klammer Rentenkassen rücken Aktien als Möglichkeit der Altersvorsorge stärker in den Fokus. Doch in Deutschland werden Investments vielfach noch misstrauisch beäugt.
Möglichst frühzeitiges Aktiensparen, um die Rente aufzubessern: das empfehlen nicht nur Finanzmarktexperten. Auch die Politik will mit neuer Förderung durch das sogenannte Altersvorsorgedepot Anreize fürs Aktiensparen geben. Die Idee: zwar etwas mehr Risiko durch Aktien, dafür aber auch mehr Rendite fürs Alter.
Es scheint nur ein Problem zu geben: "Unter den reichsten Ländern dürften die Deutschen wohl das risikoscheueste Volk der Erde sein, wenn es um Sparen geht." Das sagt Christian Klein, Professor für Sustainable Finance an der Uni Kassel, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Etwa ein Drittel der Gelder hierzulande schlummerten auf Sparbüchern, Giro- oder Tagesgeldkonten. Mit teils sehr niedrigen Zinsen, aber dafür eben sicher.
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Die Risikoaversion beim Sparen in Deutschland belegen auch diverse Auswertungen unter anderem des Bankenverbands, der Deutschen Börse und der DZ-Bank immer wieder - trotz eines positiven Trends.
Christina Bannier, Professorin für Banking & Finance an der Justus-Liebig-Universität Gießen, sieht die Gründe teils weit in der Vergangenheit: "Wir haben historisch wahnsinnig schlechte Erfahrungen gemacht. Wir hatten eine große Depression mit einer wahnsinnig starken Inflation." Das ist zwar fast ein Jahrhundert her, aber so manches mag sich ins kollektive Gedächtnis gefressen haben.
Aktieninvestments spielten für die breite Masse in Deutschland bis in die 1990er-Jahre kaum eine Rolle. "Als es dann so losging, haben sich sehr viele die Finger verbrannt. Das war das Jahr 2000, das Platzen der Dotcom-Blase. Und nachdem viele Menschen Geld bei der Telekom-Aktie verloren haben, hatten sie vielleicht nachher einfach keine Lust mehr", sagt Finanzforscher Klein.
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Die Konsequenzen seien fatal. "Wenn man langfristig sparen will, geht einem ohne Aktien sehr sehr viel Rendite durch die Lappen", so Klein.
Damit sich das ändern kann, brauche es schlicht mehr Information: Es geht darum, Interesse am Thema Aktien zu wecken. "Vielleicht auch Ängste nehmen. So schwierig ist Aktiensparen ja am Ende des Tages auch nicht", findet Bannier von der Uni Gießen. Schließlich gebe es zum Beispiel eine Menge Fonds, die das Risiko breit streuten.