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Rumänien: Mit Kampfjets und Diplomatie gegen russische Drohnen
Russland führt seinen Krieg gegen die Ukraine auch in unmittelbarer Nähe zu NATO-Staaten. In Rumänien schlugen schon mehrfach Drohnen ein. Die Regierung will das nicht mehr hinnehmen - und tritt gegenüber Moskau offensiver auf.
Es passierte am Samstag, den 25. Juli, gegen 8.30 Uhr Ortszeit. Der Videoclip des rumänischen Nachrichtenmagazins Observator zeigt eine kleine Rauchsäule am Himmel. Zu hören ist noch der F-16-Kampfjet der rumänischen Luftwaffe.
Unter dem Clip steht, dass der Kampfjet eine weitere Drohne abgeschossen habe, etwa zehn Kilometer westlich der Ortschaft Sfantu Gheorghe im Donaudelta, ganz im Osten Rumäniens, wo die Donau ins Schwarze Meer mündet, etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Laut dem rumänischen Verteidigungsministerium hat derselbe Kampfpilot innerhalb von weniger als 24 Stunden zwei Drohnen abgeschossen. Die erste am Freitagvormittag, deutlich weiter im Landesinneren, knapp 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bukarest.
Doch es sei nichts passiert, es habe weder einen Personen- noch einen Sachschaden gegeben, teilte der rumänische Präsident Nicusor Dan mit. "Wichtig ist zu betonen, dass das Gebiet unbewohnt war. Deshalb konnte auch der Pilot von oben nach unten schießen", sagte Dan in einem Statement vor Medienvertretern.
Ende Mai schlug eine Drohne in ein Wohnhaus in Galati nahe der ukrainischen Grenze ein. Rumänien machte Russland dafür verantwortlich.
Am Sonntag, den 26. Juli, gibt es dann einen dritten Drohnenabschuss - den dritten Tag in Folge, diesmal über dem Schwarzen Meer. Auch hier wird, außer der Drohne, nichts beschädigt. Am Montag überfliegt dann sogar noch eine vierte Drohne kurz rumänischen Luftraum und fliegt weiter in die Ukraine. Sie wird allerdings nicht abgeschossen.
Der rumänische Präsident Nicusor Dan meldete sich noch mal auf seiner Facebook-Seite zu Wort. Er schreibt, dass die rumänische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt habe, dass es sich bei der ersten abgeschossenen Drohne um ein Gerät der iranischen Firma Shahed handle, eine Drohne, die vom russischen Militär im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt wird.
Nicusor Dan schreibt: "Es ist unzulässig und unerträglich, dass die Russische Föderation weiterhin den Luftraum Rumäniens verletzt. Es ist gleichzeitig der Luftraum der NATO und der Europäischen Union. Solche Handlungen sind inakzeptabel und werden von uns und unseren Partnern sehr ernst genommen."
Es folgte eine diplomatische Eskalation der rumänischen Interimsregierung. Rumänien wird derzeit nach dem Zusammenbruch der Regierungskoalition kommissarisch regiert. Interims-Außenministerin Oana Toiu bestellte den russischen Botschafter in Bukarest ein.