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Wirtschaftsministerin fordert flexiblere EU-Flottenregulierung
Deutsche Autohersteller melden Gewinneinbrüche. Wirtschaftsministerin Reiche fordert die EU zum Handeln auf.
Katherina Reiche bei einem Termin von Mercedes-Benz und TYTAN Technologies. (Links Balász Nagy von TYTAN Technologies, rechts Michael Schiebe, Mitglied des Vorstands bei Mercedes-Benz)
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert die EU-Kommission zu deutlich mehr Technologieoffenheit für die Autoindustrie auf. Auf die Frage, wie die Autoindustrie aus der Krise kommen könne, sagte Reiche in einem Interview mit der dpa: „Zunächst erstmal ist es wichtig, dass Brüssel jetzt wahr macht, die Flottenregulierung so zu flexibilisieren, dass keine Strafzahlungen drohen.“ Es gehe zum Beispiel um flexiblere CO₂-Grenzwerte und Anpassungsfaktoren, sodass die Automobilindustrie in der Lage sei, die Transformation mitzugestalten.
„Sie wollen, sie können; die Palette unserer Automobilhersteller ist beeindruckend. Aber die Transformation kostet Zeit und Geld“, sagte Reiche. „Strafzahlungen entziehen Unternehmen jenes Geld, das sie brauchen, um in die Transformation zu gehen.“ Reiche machte deutlich, dass die Autohersteller eine ganze Palette von Antriebskonzepten bräuchten, um in jedem Automarkt der Welt anbieten zu können.
Strafzahlungen drohen, wenn Hersteller sogenannte CO₂-Flottengrenzwerte verfehlen. Im Mai 2025 hatten die EU-Länder entschieden, dass Europas Autohersteller mehr Zeit bekommen, um EU-Klimavorgaben einzuhalten. CO₂-Flottengrenzwerte müssen nun bis einschließlich 2027 nicht jährlich eingehalten werden. Stattdessen zählen die Durchschnittswerte aus drei Jahren. Wie eine aktuelle Analyse zeigt, lagen die Hersteller im ersten Halbjahr 2026 beim CO₂-Flottenverbrauch exakt auf dem Zielpunkt – die Flexibilisierung gibt ihnen nun mehr Spielraum.
Die Autoindustrie steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel bei der Fahrenergie. Viele deutsche Hersteller haben Gewinneinbrüche gemeldet – am Donnerstag beispielsweise erst BMW. Vor allem die Geschäfte in China liefen für viele Hersteller schlecht. Das ist auch der Hauptgrund dafür, warum der Umstieg auf Elektroautos derzeit etwas gebremst voranschreitet.
Reiche sagte, sie glaube, dass die Anrechenbarkeit von nachhaltig hergestelltem Stahl ein gutes Element sein könne, um zwei Dinge miteinander zu verbinden: „Nämlich für grünen, teureren Stahl einen Absatzmarkt zu finden und das Automobil insgesamt zu betrachten, wegzukommen sozusagen vom reinen Antrieb, sondern wie ein Automobil in Europa hergestellt wird, ob dies nachhaltiger ist als zum Beispiel in China“, so die Ministerin.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält die Forderung nach Technologieoffenheit hingegen für das falsche Signal: Sie blockiere neue Investitionen, statt die Transformation voranzutreiben. Der Begriff Technologieoffenheit sei in Wahrheit eine Chiffre für die „Verhinderung von neuen Technologien und die Sicherheit von Pfründen in den alten Technologien“, argumentierte Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik am DIW.
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