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Unternehmen wünschen sich deutsche Hyperscaler und buchen US-Cloud
Nach wie vor fehlen deutschen Firmen bei der Cloud gleichwertige Hyperscaler-Alternativen aus Deutschland. Zugleich steigen bei der Mehrheit die Cloud-Kosten.
Immer mehr Firmen sehen Deutschland als zu abhängig von US-Cloud-Diensten und wünschen sich heimische Hyperscaler. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom hervor. Demnach halten 85 Prozent der befragten Firmen Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Diensten (Vorjahr 78 Prozent) und 80 Prozent hätten gern deutsche oder europäische Anbieter auf US-Niveau.
Zugleich zeigen die Ergebnisse die Kluft und Wunsch und Wirklichkeit: 71 Prozent beziehen aktuell Cloud-Angebote aus den USA, bevorzugen würden das aber nur 8 Prozent. Cloud-Dienste aus Deutschland finden sich bei 53 Prozent – und bevorzugen würden diese 91 Prozent der Firmen. EU-Anbieter sind demnach bei 45 Prozent im Einsatz, wobei 68 Prozent diese Herkunft bevorzugen. Dabei sagen 43 Prozent aber auch, dass es für ihre Cloud-Anforderungen derzeit keine gleichwertigen europäischen Alternativen zu den US-Hyperscalern gäbe. Eigenen Angaben nach hat der Bitkom 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland repräsentativ befragt.
Mit 58 Prozent sagt nach wie vor eine deutliche Mehrheit, dass sie heimischer Anbieter zuliebe keine Abstriche bei den Leistungen der Cloud hinnehmen würden. Im Vorjahr waren das mit 65 Prozent allerdings noch fast zwei Drittel, insgesamt zeigen die Zahlen einen leichten Anstieg bei der Toleranz für mögliche Einbußen. So wären inzwischen 37 Prozent bereit, einen deutschen Cloud-Dienst zu nutzen, auch wenn das mit Nachteilen wie weniger Funktionen und höheren Kosten verbunden wäre. Das sind laut Bitkom zehn Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.
25 Prozent der Unternehmen würden zum Beispiel längere Wartezeiten auf neue Funktionen in Kauf nehmen (2025: 12 Prozent), 17 Prozent würden schlechtere Bedienbarkeit oder einen schlechteren Service akzeptieren (2025: 6 Prozent) und 12 Prozent würden auch einen um 10 bis 20 Prozent höheren Preis hinnehmen (2025: 7 Prozent). Insgesamt gaben fast zwei Drittel (64 Prozent) der Firmen an, die Cloud-Computing nutzen, dass die Politik der US-Regierung sie zwinge, ihre Cloud-Strategie zu überdenken (2025: 50 Prozent).
Wenn es darum geht, wie deutsche Alternativen vorangebracht werden könnten, richtet sich der Finger der Unternehmen auf den Staat: 90 Prozent fordern, dass staatliche Stellen stärker souveräne Cloud-Angebote setzen, und 79 Prozent sehen die öffentliche Hand in der Rolle eines Vorreiters. Drei Viertel (74 Prozent) halten staatliche Maßnahmen zur Stärkung europäischer Cloud-Infrastrukturen für notwendig. 75 Prozent bemängeln auch, dass die bisherigen politischen Initiativen für mehr Souveränität zu wenig konkrete Effekte für ihr Unternehmen gehabt hätten.
Auch bei den als souverän beworbenen Cloud-Angeboten der großen US-Dienste wie AWS sehen die Firmen Defizite: 87 Prozent vermissen ausreichende Transparenz über Datenverarbeitung und Zugriffsrechte, 53 Prozent sehen die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen als unklar oder uneinheitlich, und 51 Prozent fehlt es an einheitlichen europäischen Gütesiegeln.
Generell ist die Cloud-Nutzung Standard in deutschen Unternehmen, 86 Prozent sind bereits dabei und 14 weitere Prozent planen das. Die Private Cloud liegt dabei mit 64 Prozent vor der Public Cloud mit 53 Prozent. 34 Prozent nutzen eine Hybrid-Cloud, also sowohl private als auch öffentliche Cloud-Dienste. Und 38 Prozent setzen auf Multi-Cloud, also Dienste von unterschiedlichen Anbietern. 17 Prozent der Cloud-Nutzer verfolgen einen „Cloud only“-Ansatz, weitere 33 Prozent eine „Cloud first“-Strategie und greifen bei neuen Projekten bevorzugt auf die Cloud zurück. 28 Prozent ergänzen ihre bestehende IT-Infrastruktur.
Im Schnitt kommen fast die Hälfte (47 Prozent) aller IT-Anwendungen in der deutschen Wirtschaft aus der Cloud. Laut Bitkomprognose wird dieser Anteil in den nächsten fünf Jahren auf 58 Prozent stei