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KI-Ausbau: Techriesen haben mehr als eine Billion Dollar investiert
Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft treiben den KI-Ausbau mit beispiellosem Kapitaleinsatz voran, trotz wachsender Zweifel an der Tragfähigkeit des Booms.
Die Kapitalinvestitionen der Techriesen Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft haben seit 2023 die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten, berichtet die Financial Times. Nach Berechnungen der Zeitung beliefen sie sich von Anfang 2023 bis Ende Juni 2026 auf rund 1,1 Billionen US-Dollar. Grundlage der Auswertung sind die Quartalsberichte der Unternehmen.
Das Finanzblatt setzt den Beginn des KI-Investitionsbooms im Jahr 2023 an. Allerdings handelt es sich nicht ausschließlich um klar abgegrenzte KI-Ausgaben: Die Unternehmen investieren zugleich in allgemeine Cloud-Infrastruktur, Rechenzentren sowie andere Geschäftsbereiche. Zudem grenzen sie ihre Capex-Kennzahlen nicht einheitlich ab.
Dennoch verdeutlichen sowohl der starke Anstieg der letzten Jahre als auch die Größenordnung der Investitionen, mit welchem beispiellosen finanziellen Aufwand die Konzerne den KI-Ausbau vorantreiben. Eine Entwicklung, die Gartner kürzlich als das größte Infrastrukturprojekt der Menschheitsgeschichte bezeichnete.
Nach den jüngsten Quartalsberichten haben vor allem Amazon und Alphabet ihre Investitionsprognosen für 2026 nochmals deutlich angehoben. Meta erhöhte lediglich die Untergrenze seiner Spanne. Microsoft senkte seine Investitionsprognose zwar von rund 190 auf 175 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Konzerns wird jedoch nicht weniger investiert, bestimmte Leasingverträge für Rechenzentren werden lediglich anders bilanziert.
Die geplanten Kapitalinvestitionen der vier Konzerne stiegen damit laut Financial Times auf rund 745 Milliarden US-Dollar. Nach dem ersten Quartal 2026 hatten sich die damaligen Einzelprognosen und Obergrenzen auf 725 Milliarden Dollar summiert. Das entspricht einem Anstieg um 20 Milliarden Dollar oder knapp drei Prozent.
Die Jahresprognosen umfassen sowohl bereits getätigte als auch noch geplante Kapitalinvestitionen. Davon zu unterscheiden sind langfristige finanzielle Verpflichtungen. Microsoft, Alphabet und Meta gingen laut der Financial Times allein im zweiten Quartal neue KI-bezogene Verpflichtungen von zusammen knapp 900 Milliarden US-Dollar ein. Dazu zählen künftige Leasingzahlungen, langfristige Kauf- und Energieverträge sowie neue Schulden. Die Verpflichtungen laufen über mehrere Jahre und sind daher nicht mit den Investitionen eines einzelnen Jahres vergleichbar. Amazon hat bislang keine entsprechenden Detailangaben veröffentlicht.
Die aktuellen Quartalsberichte zeigen, dass die hohen KI-Investitionen den Cloud-Sparten bereits kräftiges Umsatzwachstum bescheren. Nach Einschätzung der Financial Times hängt der langfristige Erfolg des Infrastrukturbooms auch davon ab, dass OpenAI und Anthropic ihre zugesagte Rechenleistung tatsächlich finanzieren können. Gleichzeitig belastet der enorme Kapitaleinsatz die Bilanzen der Techkonzerne: Ihr gemeinsamer freier Cashflow sank laut der Zeitung im zweiten Quartal auf nur noch 7 Milliarden US-Dollar, den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das nährt die Sorge, dass der Infrastrukturboom dem tatsächlichen Bedarf vorauseilen und sich als Blase erweisen könnte.
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