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Luna Abyss: Studio schließt nur einen Monat nach dem gefeierten Release
Saros-Alternative mit Shin-Megami-Tensei- und Doom-Vibes hat sich offenbar nicht gut genug verkauft.
Es ging so gut los für Luna Abyss. Das Studio Bonsai Collective bekam für seine Prototypen einen Epic Mega Grant, wurde von Publisher Kwalee gekauft (und in Kwalee Labs umbenannt) und sicherte sich einen Game-Pass-Deal, als das Spiel sich der Fertigstellung näherte. Als es Ende Mai 26 erschien, stimmten die Wertungen sowohl von Presse als auch den Usern (Metacritic 81 Punkte, Steam-User-Wertung „Sehr positiv“) – und jetzt ist weniger als einen Monat nach dem Launch trotzdem schon Schluss.
Dies teilt Studio-Mitgründerin und CEO von Kwalee Labs, Hollie Emery, auf LinkedIn mit.
„Hey Leute, ich habe traurige Neuigkeiten vom Team hinter dem hochgelobten Luna Abyss, das vor ein paar Wochen erschienen ist“, schreibt emery da auf ihrem Account.
„Die viele Liebe und Unterstützung aus der Branche sowie von der Fachpresse und den Medien hat uns regelrecht überwältigt. Obwohl wir während der Entwicklung viele Herausforderungen meistern mussten, war dieses Projekt der Höhepunkt unserer Karriere. Wir sind unglaublich stolz darauf, dass es endlich das Licht der Welt erblickt hat (danke an euch alle, die an uns geglaubt haben!).“
„Leider hat das gesamte Team gestern seine Kündigung erhalten – eine Entscheidung, die wir absolut nicht beeinflussen konnten. Deshalb suchen wir ab heute alle nach neuen Aufgaben und Jobangeboten.“
Das britische Studio Bonsai Collective wurde erst kurz vor Release vom Mobile-Giganten Kwalee übernommen und in Kwalee Labs umbenannt. Die plötzliche Schließung wirft in der Branche harte Fragen zur PC- und Konsolen-Strategie des Publishers auf.
Als jemand, der Luna Abyss selbst erst vor ein paar Tagen entdeckt hat, macht mich das ein bisschen betroffen. Dieser First-Person-Shooter ist trotz vieler Vergleiche, die einem durch den Kopf schießen, wenn man ihn spielt, so wahnsinnig eigen, dass man beinahe nicht glauben kann, dass er existiert.
Es mixt Housemarque-artiges Bullet-Hell, Metroid-Türen zum Aufschießen und Lock-on-Mechanik mit den Vibes eines modernen Doom und einer Shin-Megami-Tensei-artigen Entrücktheit, die schwierig in Worte zu fassen ist. Falls ihr euch an Saros wiederholt die Zähne ausgebissen habt, wird euch Luna Abyss' vergebenderes Anforderungsprofil und sein Drang nach vorn definitiv ein Trost sein.
Sicher, man merkt, dass hier ein kleineres Team am Werk war – wobei das für die ebenso opulente und wie markante Optik ausdrücklich nicht gilt –, aber gern hätte ich gesehen, was ein so talentiertes Studio in einem zweiten Anlauf auf die Beine stellt.