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heise+ | Business Intelligence im KI-Zeitalter: Die neue Rolle des BI-Entwicklers
Klassisches Berichtswesen verliert an Geltung. Statt starrer Berichte liefert KI Antworten ad hoc im Dialog. BI-Entwickler bauen nun die Datenbasis für die KI.
Statische Dashboards und mühsam gepflegte Cockpits prägten über viele Jahre die Identität von Business Intelligence (BI). Dieses Modell steht heute massiv unter Druck: Laut Gartner werden bis 2028 rund 60 Prozent der bestehenden Dashboards durch generative Analysen und automatisierte Insights ersetzt. Der Wandel ist radikal, da das bisherige Paradigma, Daten vorab in starre visuelle Formen zu pressen, seine Vormachtstellung verliert.
Vereinfacht lassen sich drei Aufgabenfelder unterscheiden, die die klassische Rolle des BI-Entwicklers über viele Jahre geprägt haben. Dazu gehörten die Datenanbindung und Modellierung, die Kennzahlendefinition, also die Übersetzung fachlicher Anforderungen in berechenbare Logiken, sowie die visuelle Darstellung, die möglichst viele Nutzungsszenarien vorwegnehmen sollte.
Das klassische Berichtswesen beruht auf einer Annahme, die zunehmend an Geltung verliert. Es setzt voraus, dass sich Informationsbedarfe vorab definieren lassen und dass eine sorgfältig gestaltete Visualisierung die meisten Fragen gleichzeitig beantworten kann. In einer Welt, in der Fachanwender Antworten im Dialog erwarten und Sprachmodelle fachliche Fragen ad hoc übersetzen können, büßt diese Annahme ihre Selbstverständlichkeit ein. Damit verschiebt sich nicht nur die Entstehungsweise von Berichten, sondern auch das Aufgabenprofil der BI-Entwickler. Ihre Rolle verlagert sich vom Erstellen einzelner Berichte hin zur Pflege der fachlichen Grundlagen, auf die eine KI zugreift.
Dieses Modell basierte auf der Annahme, dass Informationsbedarfe vorhersehbar und standardisiert sind. Doch wo Fachbereiche heute spontane, kontextabhängige Antworten erwarten, stoßen vordefinierte Berichtspfade an ihre Grenzen. Generative Analysen dagegen fragen Datenmodelle ad hoc ab und erzeugen Visualisierungen erst bei Bedarf. Damit verändert sich die Rolle des Entwicklers vom klassischen Berichtsersteller zum Orchestrator: Künftig geht es weniger darum, fertige Berichte zu gestalten, als vielmehr die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass KI-gestützte Analysen fachlich korrekt funktionieren.
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