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Zelda: Warum Nintendo Wind Waker 2 damals aufgab und stattdessen Twilight Princess erschuf
Eiji Aonuma plante ursprünglich einen direkten Nachfolger im Cel-Shading-Look. Doch die Angst, amerikanische Teenager zu vergraulen, änderte alles.
The Wind Waker gilt als eines der besten Zelda-Spiele aller Zeiten. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass Nintendos Eiji Aonuma einst ein The Wind Waker 2 entwickeln wollte – am Ende wurde daraus Twilight Princess.
Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört, denn Aonuma sprach bereits 2007 während eines Vortrags auf der Game Developers Conference darüber. Ein neues Video von Did You Know Gaming bringt diese Details jetzt wieder zum Vorschein.
Damals sprach Aonuma unter anderem vom "Gamer Drift" – ein Phänomen der frühen 2000er-Jahre. Es ist ein Begriff dafür, dass sich japanische Spieler zu der Zeit zunehmend von ihrem Hobby abwandten.
Eiji Aonuma gilt heute als das kreative Herz der Zelda-Reihe. Er begann seine Karriere als Co-Director bei Ocarina of Time und übernahm später als Producer die strategische Gesamtverantwortung für das Franchise, womit er Meilensteine wie Breath of the Wild maßgeblich prägte.
"Irgendwann hörte ich, dass selbst Wind Waker, das bereits die Millionenmarke bei den Verkäufen geknackt hatte, schnell an Fahrt verlor", sagte Aonuma. "Selbst in Nordamerika, wo der Markt viel gesünder war als in Japan, liefen die Dinge schleppend. Ich fragte Nintendo of America nach dem Grund. Man erklärte mir, dass die Toon-Shading-Technik den Eindruck erwecke, dieses Zelda richte sich an ein jüngeres Publikum. Dadurch vergraulte es die älteren Teenager, die den typischen Zelda-Spieler repräsentierten."
Da er eigentlich Wind Waker 2 machen wollte, ließen diese Aussagen Zweifel darüber in ihm aufkommen, wie gut sich ein direkter Nachfolger verkaufen würde: "Da beschloss ich: Wenn wir keine sofortige, effektive Lösung haben, bleibt uns nur eins. Wir müssen dem stärkeren nordamerikanischen Markt genau das Zelda geben, das er haben will."
Diese Entscheidung löste gleichzeitig jedoch Probleme für das Entwicklerteam: "Das geplante Setting für The Wind Waker 2 lag nicht auf dem Meer, sondern an Land", verriet Satoru Takizawa, der Art Director von Twilight Princess, in einem Interview für deas Buch The Legend of Zelda: Art & Artifacts.
"Der Wunsch, Toon Link auf einem Pferd reitend über die weiten Ebenen darzustellen, war groß. Bei seiner geringen Körpergröße und den kurzen Armen und Beinen wäre es jedoch extrem schwierig gewesen, ihn auf einem Pferd gut aussehen zu lassen. Wir konnten ja nicht einfach eine erwachsene Version von Toon Link erschaffen. Genau in dieser Zeit hörten wir, dass die Leute ohnehin wieder auf ein realistisch aussehendes Zelda-Spiel warteten."
Die Idee trug Aonuma Ende 2003 dann Miyamoto vor. Dieser war erst skeptisch, gab ihm jedoch einen Rat: "Wenn du wirklich ein realistisches Zelda machen willst, solltest du mit etwas anfangen, das in Ocarina of Time noch nicht möglich war. Sorge dafür, dass Link mit der Wind-Waker-Engine vom Pferd aus Feinde angreifen kann. Danach triffst du deine Entscheidung, je nachdem, wie sich das anfühlt."